Oscars Academy lädt Nina Hoss und Doris Dörrie ein

Die mächtigste Filmorganisation der Welt hat wieder Filmschaffende zum Beitritt eingeladen - sie dürfen künftig über die Vergabe der Oscars mitentscheiden. Auch prominente Namen aus Deutschland sind dabei.

Schauspielerin Nina Hoss: Bemühungen um mehr Vielfalt
Peter Steffen/ DPA

Schauspielerin Nina Hoss: Bemühungen um mehr Vielfalt


Die deutschen Schauspieler Nina Hoss und Sebastian Koch können der mächtigsten Filmorganisation der Welt beitreten: Sie zählen zu den 842 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Wie der Verband am Montag in Beverly Hills mitteilte, stehen unter anderem 21 Oscarpreisträger und Vertreter aus 59 Ländern auf der Liste. Die neuen Mitglieder dürfen künftig bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen.

Neben Hoss ("Barbara") und Koch ("Das Leben der Anderen") sind unter den Dutzenden ausgewählten Darstellern auch Lady Gaga ("A Star is Born"), der Schwede Alexander Skarsgård und der französische Altstar Jean-Louis Trintignant ("Liebe").

Der in Berlin lebende syrische Regisseur Talal Derki ist mit den drei deutschen Produzenten seines Films "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" als Mitglied eingeladen. Die Doku über Kinder radikaler Islamisten in Syrien war in diesem Jahr für einen Oscar nominiert. Weitere deutsche Filmschaffende auf der Liste: Regisseurin Ulrike Ottinger ("Unter Schnee"), Szenenbildnerin Silke Buhr ("Werk ohne Autor") und Filmemacherin Doris Dörrie ("Männer", "Kirschblüten"), die als Autorin eingeladen ist.

50 Prozent Frauen unter den Neuen

Der Weg in die Academy führt über eine Oscarnominierung oder über andere besondere Verdienste um den Film. Es gibt 17 Berufszweige, darunter stellen die Schauspieler die größte Gruppe dar. Einladungen gingen unter anderem auch an Produzenten, Kameraleute, Kostüm-Designer und Drehbuchautoren.

Die Oscar-Akademie setzte damit auch ihre Bemühungen um mehr Vielfalt fort. Ihren Angaben zufolge machen Frauen die Hälfte der neuen Kandidaten aus. Damit würde der Frauenanteil in der rund 9000 Mitglieder starken Organisation nun auf 32 Prozent ansteigen, verglichen mit 25 Prozent im Jahr 2015. Der Anteil nicht-weißer Mitglieder würde nach Aufnahme der neuen Zugänge auf 16 Prozent anwachsen, eine Verdopplung seit 2015.

Seit der Kontroverse im Jahr 2016 um die "weißen Oscars", als zum zweiten Mal in Folge bei den Nominierungen Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien völlig übersehen wurden, bemüht sich die Akademie um einen vielfältigeren und auch jüngeren Pool.

cpa/dpa



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