Deutscher Filmpreis-Kandidat Schiller-Drama geht ins Oscar-Rennen

Ein Oscar für Schiller? Das Drama "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf geht ins Rennen um den begehrtesten Kinopreis der Welt. Schafft es der Film in die Academy-Endrunde?
Filmszene in "Die geliebten Schwestern": gefährliche Liebschaft des Dichterfürsten mit zwei Frauen

Filmszene in "Die geliebten Schwestern": gefährliche Liebschaft des Dichterfürsten mit zwei Frauen

Foto: Senator/ dpa

München/Los Angeles - Mit der Wahl des Dramas von Dominik Graf begeht die Jury fast schon einen kleinen Traditionsbruch. So hatte die Auslandsvertretung des deutschen Films zuletzt auf Stoffe zur Aufarbeitung der jüngeren Geschichte gesetzt. Dazu zählten etwa "Der Baader Meinhof Komplex" (2009), "Der Untergang" (2005) oder "Sophie Scholl" (2006). Nun fiel die Wahl um den deutschen Bewerber auf die Oscar-Kategorie "Bester nicht-englisch-sprachiger Film" auf "Die geliebten Schwestern" - ein gefeiertes Kino-Epos über die gefährliche Liebschaft Friedrich Schillers mit zwei Frauen.

Dies teilte German Films  mit, die Dachorganisation für die Auswahl der deutschen Bewerber um die Oscars. Graf habe mit persönlicher Handschrift eine bewegende Liebesbeziehung einfühlsam inszeniert, begründete die Jury ihre Entscheidung. Regisseur Graf antwortete auf die Nachricht begeistert: "Großartig! Ich freue mich sehr! Schiller goes to Hollywood!"

Nun, nicht ganz. Denn mit der offiziellen Nominierung wartet die größte Hürde erst noch auf das Dichter-Drama, das auf wahre Begebenheiten beruht. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles gibt am 15. Januar bekannt, welche fünf Filme die Endauswahl erreichen. Mit Spannung dürfte die Entscheidung erwartet werden: Denn bei der Berlinale war "Die geliebten Schwestern" leer ausgegangen. Die Oscar-Verleihung selbst findet am 22. Februar statt.

Die Auslandsvertretung des deutschen Films schlägt Jahr für Jahr einen aussichtsreichen Kandidaten vor, mit dem Deutschland als Anwärter um die begehrte Auszeichnung an den Start geht. Doch nicht alle schaffen es unter die letzten Fünf, die die Academy für die Kategorie "Bester nicht-englisch-sprachiger Film" nominiert. Im vergangenen Jahr schickte die Auslandsvertretung Georg Maas' "Zwei Leben" ins Rennen - in den engeren Kreis der Nominierten kam der Film jedoch nicht.

Die heißbegehrte Oskar-Trophäe gab es zuletzt für die deutsch-österreichische Koproduktion "Liebe" von Michael Haneke - in ein mitreißendes Drama über die Geschichte eines alten Ehepaars. Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2007 hatte die Academy den Stasi-Spielfilm "Das Leben der anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck mit dem verstorbenen Schauspieler Ulrich Mühe prämiert.

daf/dpa
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