Filmfestspiele Venedig Pedro Almodóvar erhält Goldenen Löwen für sein Lebenswerk

Verlangen und Identität sind seine Themen, exzentrische Frauen oft seine Hauptfiguren. Nun wird der spanische Regisseur Pedro Almodóvar mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt.

Pedro Almodóvar: der Porträtist der Post-Franco-Zeit
Loic Venance/ AFP

Pedro Almodóvar: der Porträtist der Post-Franco-Zeit


Noch mehr als zwei Monate ist es hin, bis die Filmfestspiele von Venedig beginnen. Doch der erste Preisträger steht bereits fest: Pedro Almodóvar wird mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der spanische Filmemacher habe die "facettenreichsten, kontroversesten und provokativsten Porträts der Post-Franco-Zeit in Spanien" geschaffen, teilte Festivaldirektor Alberto Barbera mit. Seine Filme behandelten Themen wie "Verlangen" und "Identität" und hätten eine besondere Bildkraft.

"Dieser (Goldene) Löwe wird neben meinen zwei Katzen mein Haustier", zitierte das Filmfest von Venedig den Spanier. Das Festival gehört zu den wichtigsten der Welt und läuft in diesem Jahr vom 28. August bis 7. September. Im vergangenen Jahr waren die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave und der kanadische Filmemacher David Cronenberg mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Der 69 Jahre alte Almodóvar ist bekannt für Filme wie "Alles über meine Mutter", "Volver" oder "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs", meist stehen Frauen im Mittelpunkt der Geschichten. Sein aktueller Film "Leid und Herrlichkeit" mit Antonio Banderas und Penélope Cruz lief im Mai im Wettbewerb bei den Filmfestspielen von Cannes. Zwar ging Almodóvar bei der Verleihung leer aus, dafür erhielt Banderas den Preis als bester Hauptdarsteller.

Das verschmitzte Selbstporträt ist eine schonungslose Offenlegung seiner Süchte und seines Scheiterns gerade in Liebesdingen. Dabei bedient sich Almodóvar der sogenannten Autofiktion, er nutzt also autobiografische Versatzstücke und Alter Egos, um sich Geschichte(n) aus anderer Perspektive zu nähern und althergebrachte Narrative auch bezogen auf sein eigenes Werk zu hinterfragen. Am 25. Juli wird der Film in die deutschen Kinos kommen.

brs/dpa



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