Autorenfilm-Regisseur Kim Ki-duk ist tot

Er zählte zu den bekanntesten Filmemachern Koreas, wurde bei internationalen Festivals ausgezeichnet. Nun ist Kim Ki-duk gestorben, er wurde 59 Jahre alt. Offenbar erlag er einer Covid-19-Erkrankung.
Kim Ki-duk im April 2019 bei den Filmfestspielen von Moskau

Kim Ki-duk im April 2019 bei den Filmfestspielen von Moskau

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Anadolu Agency / Getty Images

Der Filmregisseur Kim Ki-duk ist tot. Der Koreaner sei in einem Krankenhaus im lettischen Riga wegen einer Coronavirus-Infektion behandelt worden und dort im Alter von 59 Jahren an Komplikationen der Erkrankung gestorben. Das bestätigte seine Familie mehreren koreanischen Medien. Man habe sie am Freitag telefonisch über den Tod informiert, heißt es im »Korea Herald« .

Kim war einer der erfolgreichsten Regisseure des internationalen Autorenkinos, drehte seit Mitte der Neunzigerjahre mehr als 20 Filme. Seit der Jahrtausendwende fanden seine Filme auch im Westen ein immer größeres Publikum.

»Woher meine Zuschauer kommen, spielt keine Rolle«, sagte Kim einmal in einem Interview mit dem SPIEGEL. »Es müssen nur Menschen sein, die das Leben hinterfragen wollen. Ich möchte die Herzen dieser Menschen öffnen, sodass meine Filme ihre Seele erreichen.«

Für seine Werke wurde Kim mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet. Beim Filmfestival von Venedig erhielt er 2012 für sein Geldeintreiber-Drama »Pieta« den Goldenen Löwen. 2004 hatte er dort bereits den Silbernen Löwen für sein Liebesdrama »Bin-jip« gewonnen. Auf der Berlinale im selben Jahr wurde er für »Samaria«, einer Tragödie zweier Freundinnen auf dem Schulmädchenstrich, mit dem Silbernen Bären geehrt.

Im Zuge der #MeToo-Debatte wurden auch gegen Kim Vorwürfe laut. Mehrere Frauen beschuldigten ihn der Vergewaltigung. Kim wies die Vorwürfe stets zurück.

sak
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