RAF-Film "Baader-Meinhof-Komplex" im Oscar-Rennen

Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Noch bevor Uli Edels RAF-Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" in den Kinos zu sehen war, ist er schon als deutscher Kandidat für die Oscarverleihung nominiert.


München - So viel Vorschusslorbeeren waren selten: Wie eine von der deutschen Exportunion German Films berufene Fachjury heute bekannt gab, soll der von Bernd Eichinger produzierte und von Uli Edel gedrehte "Baader-Meinhof-Komplex" ins Rennen um den Oscar als bester fremdsprachiger Film geschickt werden.

Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof: Die RAF geht nach Hollywood
DPA

Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof: Die RAF geht nach Hollywood

Bisher wurde die Verfilmung von Stefan Austs Standardwerk über die RAF jedoch nur einem erlauchten, sehr ausgesuchten Kreis von Pressevertretern gezeigt; die regulären Vorführungen für die Medien laufen in diesen Tagen, rund um die Uraufführung des Films am heutigen Dienstagabend in München. Dem Publikum vorgeführt wird "Der Baader-Meinhof-Komplex" dann erst am 25. September, wenn die aufwändige und mit allerlei Stars und Sternchen besetzte Produktion regulär im Kino anläuft.

"Die großartige schauspielerische Leistung und die außergewöhnliche filmische Umsetzung der Geschichte erlaubt einen Blick auf die Zeit der frühen siebziger Jahre der Bundesrepublik Deutschland, ohne dabei die Täter zu glorifizieren", heißt es in der Begründung der Jury unter dem Vorsitz des Produzenten Alfred Hürmer.

In der Vorauswahl von German Films standen neben dem "Baader-Meinhof-Komplex" auch Tom Schreibers "Dr. Aleman", "Wolke 9" von Andreas Dresen, "Kirschblüten Hanami" von Doris Dörrie und Dennis Gansels Kinohit "Die Welle".

Produzent Bernd Eichinger ("Der Untergang") zeigte sich erfreut über die Entscheidung der Jury: "Uli Edel und ich freuen uns sehr. Wir haben in diesen Film viel Energie gesteckt und sind stolz darauf, für den deutschen Film ins Oscar-Rennen gehen zu dürfen." Laut Eichinger hat die in Los Angeles ansässige Firma Summit Entertainment den internationalen Vertrieb übernommen, der Film sei bereits weltweit in die wichtigsten Regionen verkauft.

Am 22. Januar nächsten Jahres nominiert die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (Ampas) unter allen nationalen Einreichungen fünf Filme, die an der Endauswahl des Wettbewerbs um den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film teilnehmen. In diesem Jahr bewerben sich rund 100 Länder um die begehrte Kino-Trophäe, die am 22. Februar verliehen wird.

bor/dpa



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