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Rebecca Hall Das Geheimnis der Mutter

aus DER SPIEGEL 45/2021

Die britische Schauspielerin Rebecca Hall, 39, feiert mit ihrem Regiedebüt nicht nur künstlerisch, sondern auch privat einen Neuanfang. Ihr Film »Seitenwechsel« erzählt die Geschichte zweier amerikanischer Frauen im New York der Zwanzigerjahre. In der Kindheit waren sie Freundinnen gewesen, beide mit schwarzen Elternteilen, beide eher hellhäutig. Als sich ihre Wege trennen, gibt sich eine bald als Weiße aus, ein Phänomen, das in der Zeit – und auch später noch – immer wieder vorkam. Die andere lebt als Schwarze unter Schwarzen in Harlem.

Aus: DER SPIEGEL 45/2021

Sein Racheplan

Es gibt kaum Zweifel daran, dass Donald Trump eine zweite Amtszeit anstrebt und für die Präsidentschaftswahl 2024 erneut kandidieren will. Die Republikaner versuchen nun, in etlichen Bundesstaaten die Wahlgesetze so zu ändern, dass ein Sieg wahrscheinlicher wird. Über ein demokratiegefährdendes Experiment.

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Fragen nach Identität, Rasse, Familiengeschichte treiben diesen Film an. Das Drehbuch auf der Grundlage des gleichnamigen Romans verfasste die Tochter von Sir Peter Hall, Gründer der Shakespeare Company, und der amerikanischen Opernsängerin Maria Ewing bereits vor mehr als zehn Jahren. Damals beschäftigten Hall genau diese Fragen. Ihre Familiengeschichte mütterlicherseits schien mysteriös. Ewing galt in Opernkreisen als »exotisch«, Hall fand immer, dass sie wie eine Schwarze aussah, die Mutter sprach lange Zeit wenig über ihre Vorfahren. Als Hall 2008 in den USA lebte, beschäftigte sie das Thema noch stärker. Die Lektüre des Romans »Seitenwechsel« (1929) der afroamerikanischen Autorin Nella Larsen öffnete Hall die Augen: Ihr Großvater war ein Schwarzer, der sich als Weißer ausgab. Nach und nach hörte sie von rassistischen Erfahrungen, die ihre Mutter als Kind in den USA machen musste, ohne diese einordnen zu können. Was hat Hall aus diesen Erkenntnissen über ihre Identität gelernt? »Vielleicht wechsle ich permanent die Seiten«, schreibt sie. Sie könne sich nicht aussuchen, wie sie aussehe, aber sie könne sich entscheiden, die Geschichte ihrer Familie wertzuschätzen. »Und ich hoffe, mit diesem Film damit begonnen zu haben.«

KS
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