Bodyshaming-Filmplakat Chloë Grace Moretz entschuldigt sich

Schlank ist schön, dick ist hässlich. Diese Botschaft transportiert ein Plakat, das in Cannes Werbung für den Animationsfilm "Red Shoes and the Seven Dwarfs" machte. Selbst dessen Hauptdarstellerin ist entsetzt.
Chloë Grace Moretz

Chloë Grace Moretz

Foto: Warren Toda/ picture alliance / dpa

Tagline ist Hollywood-Sprech für einen knalligen Satz, der die Botschaft eines Films marketinggerecht zusammenfasst. Die Tagline für den Animationsfilm "Red Shoes and the Seven Dwarfs" lautet: "Was, wenn Schneewittchen gar nicht so schön wäre - und die sieben Zwerge nicht so klein?".

Dazu zeigte die Produktionsfirma beim Filmfestival in Cannes ein Plakat, das den Satz neben zwei Schneewittchen-Versionen platziert: Groß und schlank neben klein und mollig. Welche der beiden Figuren schön sein soll, erklärt sich dabei scheinbar von selbst. Das Plus-Size-Model Tess Holliday machte per Twitter auf das fragwürdige Plakat aufmerksam und schrieb dazu: "Wie konnte das von einem gesamten Marketing-Team durchgewunken werden? Warum ist es ok, Kindern zu sagen, fett sei hässlich?".

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Inzwischen reagierte die Schauspielerin Chloë Grace Moretz, die der Hauptfigur der südkoreanischen Produktion ihre Stimme leiht, auf die Vorwürfe. Sie entschuldigte sich ebenfalls per Twitter: "Ich bin genauso entsetzt und sauer wie jeder andere, dies war nicht mit mir oder meinem Team abgesprochen." Die eigentliche Geschichte des Films sei wunderschön und sehr stark, gerade für junge Frauen.

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"Red Shoes and the Seven Dwarfs" ist eine Neuerzählung des "Schneewittchen"-Märchens, in der eine Prinzessin rote Schuhe trägt, die sie von mollig in dünn verwandeln. Möglich, dass es sich um eine Satire handelt, die Rollen- und Körperbilder hinterfragt.

In einem inzwischen zurückgezogenen Trailer, der online aber noch auffindbar ist, werden Voruteile allerdings eher bestätigt: Zwei Zwerge verstecken sich da in Schneewittchens Zimmer und beobachten sie heimlich beim Entkleiden - mit sichtlicher Enttäuschung, als sie zuletzt ihre Schuhe auszieht und sich in ihr wahres, nicht spindeldürres Selbst verwandelt. Ein deutscher Starttermin für den Film steht noch nicht fest.

Die Themen Bodyshaming und Frauenkörper in der Öffentlichkeit lösen in jüngster Zeit zunehmend gesellschaftliche Debatten aus. Die australische Regisseurin Taryn Brumfitt brachte kürzlich ihren Dokumentarfilm "Embrace" in die Kinos, in dem sie Frauen zu ihrem Körpergefühl befragt.

kae

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