Regisseur Peter Jackson Vom Herr zum Hobbit

Mittelerde lässt ihn nicht los. Zwar will "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson sich zunächst einem Remake von "King Kong" widmen, noch lieber aber würde er sich an Tolkiens "Hobbit" versuchen.

Berlin - Der Trubel um den letzten Teil der hoch gelobten "Herr der Ringe"-Trilogie fängt gerade erst richtig an, da träumt Regisseur Peter Jackson schon von neuen Großtaten. Er würde gerne auch noch das "Ringe"-Prequel "Der Hobbit" verfilmen, sagte der neuseeländische Filmemacher vor der Deutschlandpremiere von "Die Rückkehr des Königs" in Berlin. Ein bisschen steht hinter diesem Wunsch wohl auch der Wehmut, nach sechs Jahren Trilogie-Dreharbeiten nicht mehr mit seinem Darsteller-Team zusammenarbeiten zu können.

In Tolkiens nicht ganz so umfangreicher Vorgeschichte zum "Herr der Ringe"-Opus zieht ebenfalls eine Handvoll bunt gemischter Gefährten durch das Sagenland Mittelerde, auch ein Hobbit ist dabei, allerdings nicht Frodo, sondern dessen Onkel Bilbo, der im Zuge der 50 Jahre früher spielenden Story in den Besitz des Ringes gelangt. Im Hobbit tauchen auch Gandalf und Gollum bereits auf, was die Beteiligung zumindest einiger "Ringe"-Darsteller in Aussicht stellt. Ian Holm, der im ersten "Herr der Ringe"-Teil den Bilbo gibt, wäre allerdings zu alt für den jugendlichen Hobbit. Aber die Elbenprinzessin Arwen, so Jackson, könnte durchaus vorkommen. Sie wurde in der Trilogie von Liv Tyler gespielt.

"Ich bin sehr daran interessiert, es zu machen", sagte Jackson über seinen Wunsch, den "Hobbit" auf Zelluloid zu bannen. "Ich denke, es würde der ganzen Angelegenheit Kontinuität verleihen". Zuvor müssten allerdings die komplizierten Rechteverhältnisse geklärt werden, denn die Erben J.R.R. Tolkiens streiten sich bis heute heftig um die Verwaltung des Vermächtnisses ihres Vorfahren.

Zunächst ist Jackson indes erleichtert, im nächsten Jahr keine Tolkien-Adaption drehen zu müssen. "Ich bin froh, dass es keinen vierten Teil gibt. Ich fühle mich sehr müde und erschöpft", sagte der Regisseur. Das letzte Jahr, so der Filmemacher, sei das härteste der insgesamt sieben Jahre gewesen, die er mit der "Herr der Ringe"-Verfilmung verbracht hat. Zweimal so viele Szenen mit computergenerierten Tricks als für die ersten beiden Teile seien für "Die Rückkehr des Königs" angefertigt worden. Trotz all der Arbeit sei Teil drei sein Favorit, da er "stärkere emotionale Tiefe" als die anderen beiden Filme besäße.

Untätig bleiben will der 42-Jährige aber auch im kommenden Jahr nicht. In seiner Heimat Neuseeland, wo er auch die "Ringe"-Trilogie drehte, soll seine Neufassung des Monster-Klassikers "King Kong" entstehen. Im Sommer will Jackson mit den Arbeiten beginnen. Konkret plant der Horrorfilm-Fan ein Remake von Ernest B. Schoedsacks Film von 1933, in dem sich Fay Wray als "weiße Frau" mit dem Riesenaffen auseinander setzen muss. Wer in Jacksons "King Kong" die Hauptrolle spielt, ist noch nicht bekannt. Für die Computer- und Spezialeffekte soll indes wieder die oscarprämierte Firma Weta aus Neuseeland verantwortlich zeichnen.

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