"Reservoir Dogs" Schauspieler Chris Penn gestorben

Ob in Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" oder Abel Ferraras "Das Begräbnis": Chris Penn brillierte, mal furchterregend cool, mal paranoid aufbrausend, als einer der besten Gangsterdarsteller des jüngeren US-Kinos. Jetzt ist er im Alter von nur 43 Jahren in Santa Monica gestorben.


Los Angeles - Für den unterkühlten, seinen Hass hinter einer Fassade von Kalkül und Selbstbeherrschung verbergenden Christopher Walken war er der ideale Widerpart: In Abel Ferraras blutigem Mafia-Drama "Das Begräbnis" (1996) verkörperte Chris Penn den hitzköpfigen Bruder, der die Familie ins Verderben reißt.

Darsteller Penn: Aggression als Stilprinzip
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Darsteller Penn: Aggression als Stilprinzip

Gewalt spielte eine zentrale Rolle für Penns Rollenprofil: Ob er in Quentin Tarantinos Gangster-Dramolett "Reservoir Dogs" (1992) den Hilfsgauner Nice Guy Eddie Cabot gab oder in Tony Scotts schriller Gaunerposse "True Romance" einen gierigen Cop darstellte - der 1962 geborene Schauspieler verlieh den Abgründen von Aggression und Selbstverlust ein Gesicht.

Die Kritik würdigte sein differenziertes Spiel bereits bei "Short Cuts": Für seine Darstellung des sexsüchtigen Swimming-Pool-Reinigers Jerry Kaiser in Robert Altmans stilprägendem Episodenfilm von 1993 erhielt er einen Golden Globe. Der Bruder von Oscar-Preisträger Sean Penn stammt aus einer Künstlerfamilie: Seine Mutter, Eileen Ryan, ist Schauspielerin, sie wirkte unter anderem in den Kinodramen "I Am Sam" und "Magnolia" mit; der 1998 verstorbene Vater, Leo Penn, arbeitete als Regisseur für TV-Serien.

Chris Penns letzter Film, "The Darwin Awards" (mit Joseph Fiennes und Wynona Ryder in den Hauptrollen), sollte an diesem Mittwoch beim Sundance Film Festival Premiere feiern.



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