"Gandhi"-Regisseur Richard Attenborough ist tot

Richard Attenborough dominierte jahrzehntelang die Welt des britischen Films. Für "Gandhi" erhielt er zwei Oscars. Nun ist der Schauspieler und Regisseur gestorben. Er wurde 90 Jahre alt.
"Gandhi"-Regisseur: Richard Attenborough ist tot

"Gandhi"-Regisseur: Richard Attenborough ist tot

Foto: epa Daniel Deme/ picture-alliance/ dpa

London- Der britische Schauspieler und Regisseur Lord Richard Attenborough ist tot. Dies berichtete die BBC am Sonntagabend unter Berufung auf dessen Sohn. 

Attenborough dominierte jahrzehntelang die Welt des britischen Films. Großbritanniens Premierminister David Cameron twitterte: "Sein Schauspiel in 'Brighton Rock' war brillant, seine Regie bei 'Gandhi' war beeindruckend - Richard Attenborough war einer der Größten des Kinos."

Die britische Film- und Fernsehakademie (Bafta) zeigte sich in einer Erklärung in der Nacht zum Montag "zutiefst traurig" angesichts des Verlusts des "geschätzten Filmemachers". Attenborough war früher selbst Präsident der Akademie.

Richard Samuel Attenborough wurde am 29. August 1923 in Cambridge geboren. Bereits mit 18 Jahren debütierte er am Theater, dann ging er zum Film. Knapp drei Jahrzehnte arbeitete er als Schauspieler, dann begann Attenborough selbst Filme zu realisieren.

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Richard Attenborough: Eine Legende vor und hinter der Kamera

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Attenborough gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des britischen Films. Als Schauspieler erregte er bereits 1947 in der Rolle des Bösewichts Pinky in der Verfilmung des Graham-Greene-Romans "Brighton Rock" Aufmerksamkeit. An der Seite von Steve McQueen gelang Attenborough 1963 in dem Häftlingsklassiker "The Great Escape" ("Gesprengte Ketten") von Regisseur John Sturges der große Durchbruch.

Internationaler Erfolg mit "Gandhi"

Im Jahr 1977 realisierte Attenborough den Kriegsfilm "A Bridge too Far" ("Die Brücke von Arnheim"). Seinen größten internationalen Erfolg feierte er im Jahr 1982 mit dem Leinwandepos "Gandhi" über den indischen Freiheitskämpfer. Das Werk wurde unter anderem mit acht Oscars, darunter der Preis für die beste Regie und den besten Film, ausgezeichnet.

1985 inszenierte Attenborough das Filmdrama "A Chorus Line" nach dem gleichnamigen erfolgreichen Broadway-Musical über die Schattenseiten des Showbusiness. Ein beeindruckendes und ergreifendes Werk gelang ihm nach Kritikermeinung auch mit dem Anti-Apartheid-Film "Cry Freedom" (1987). In Südafrika wurde der Film wegen "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit" verboten.

Für Steven Spielberg wechselte Attenborough im Jahr 1993 noch einmal vor die Kamera und spielte den Erfinder des "Jurassic Park" im gleichnamigen Film.

Im Jahr 1976 schlug Königin Elizabeth II. Attenborough für seine Verdienste zum Ritter. 1993 erhielt er den Titel Lord.

Attenboroughs Gesundheitszustand hatte sich nach einem Sturz in seinem Haus in London Ende 2008 verschlechtert. Zuletzt lebte er mit seiner langjährigen Frau Sheila, die er bereits mit 21 Jahren geheiratet hatte, in einem Seniorenheim.

Richard Attenborough starb am Sonntagmittag. Er wurde 90 Jahre alt.

kha/dpa/AP/AFP
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