Wegen Woody-Allen-Autobiografie Ronan Farrow beendet Zusammenarbeit mit seinem Verlag

Ronan Farrow half dabei, Harvey Weinstein zu Fall zu bringen. Nun macht er seinem Verlag Vorwürfe, weil der die Autobiografie seines Vaters Woody Allen veröffentlicht - ihm wirft Farrow ebenfalls sexuellen Missbrauch vor.
Stieß mit anderen die #MeToo-Bewegung an: Ronan Farrow

Stieß mit anderen die #MeToo-Bewegung an: Ronan Farrow

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Frazer Harrison/ Getty Images

Ronan Farrow war mit seinen Recherchen maßgeblich daran beteiligt, den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe vor Gericht zu bringen. In dem Buch "Durchbruch: Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen" schrieb er über die Einschüchterungs- und Behinderungsversuche, denen er während seiner Enthüllungsarbeit ausgesetzt war. Jetzt wurde bekannt, dass sich Farrow von dem Verlag trennt, der das Buch veröffentlichte - weil dieser auch die Memoiren seines Vaters Woody Allen herausbringen wird.

Allen wird seit Jahren bezichtigt, seine Adoptivtochter Dylan Farrow im Alter von sieben Jahren missbraucht zu haben. Zu den lautesten Anklägern zählt ihr Bruder Ronan. In einer Mail, die die "New York Times" veröffentlichte , macht Farrow dem Chef der Verlagsgruppe Hachette bittere Vorwürfe.

Woody Allen wird seit Jahren sexueller Missbrauch vorgeworfen

Woody Allen wird seit Jahren sexueller Missbrauch vorgeworfen

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Vera Anderson/ WireImage/ Getty Images

Er schreibt: "Während Sie und ich an 'Durchbruch' arbeiteten - ein Buch, das zum Teil den Schaden beschreibt, den Woody Allen meiner Familie zufügte - planten Sie schon heimlich die Veröffentlichung eines Buches von dem Mann, der diesen sexuellen Missbrauch beging." Und: "Ich kann mit Ihnen nicht mehr guten Gewissens arbeiten. Stellen Sie sich vor, es handele sich um ihre Schwester."

Woody Allens Biografie soll den Titel "Apropos of Nothing" tragen und in den USA am 7. April erscheinen. Der Verlag beschreibt das Buch als "umfassende Geschichte seines persönlichen und künstlerischen Lebens", das auch "seine Beziehungen zu Familie, Freunden und den Lieben seines Lebens" einschließe. Michael Pietsch, Chef von Hachette, verteidigte seine Entscheidung gegenüber der "New York Times": "Wir glauben, dass es ein großes Publikum gibt, das die Geschichte von Woody Allen von Woody Allen selbst hören möchte."

Der Filmemacher hatte schon seit 2018 versucht, Verlage für seine Memoiren zu interessieren, war laut "New York" Times aber auf Gleichgültigkeit gestoßen. Schauspieler wie Greta Gerwig und Timothée Calamet hatten sich für ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur entschuldigt, die Amazon Studios beendeten ihre Zusammenarbeit mit ihm. Seinen neuen Film dreht Allen nun in Spanien.

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