Schauspielerin und Aktivistin Sacheen Littlefeather ist tot

Vor 50 Jahren lehnte sie im Namen von Marlon Brando einen Oscar für den Schauspieler ab – das hatte für Sacheen Littlefeather drastische Konsequenzen. Jetzt ist die Aktivistin für Rechte der Indigenen Amerikas gestorben.
Sacheen Littlefeather

Sacheen Littlefeather

Foto:

Frazer Harrison / Getty Images

Die Schauspielerin und Aktivistin Sacheen Littlefeather ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte die Oskar-Akademie mit. Der »Hollywood Reporter« zitierte  aus einer Mitteilung ihrer Pflegeperson, Littlefeather sei am Sonntag in ihrem Zuhause in Novato im Kreise ihrer Liebsten gestorben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Schauspielerin und Angehörige des Stammes der Apachen hatte 1973 im Namen von Marlon Brando den Oscar zurückgewiesen, den der Schauspielstar für seine Rolle im Mafia-Epos »Der Pate« gewonnen hatte. Brando könne »diesen sehr großzügigen Preis leider nicht annehmen«, sagte Littlefeather damals. Er wolle damit gegen den Umgang Hollywoods mit amerikanischen Ureinwohnern protestieren.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die damals 26-Jährige gab später an, Westernstar John Wayne habe von sechs Sicherheitsleuten hinter der Bühne davon abgehalten werden müssen, sie anzugreifen. Andere Personen hinter der Bühne sollen beleidigende Gesten gemacht haben.

Nach der Zeremonie wurde sie von Hollywood auf die sogenannte schwarze Liste gesetzt, die quasi einem Berufsverbot gleichkam.

Eklat auf der Bühne: Roger Moore will den Oscar überreichen, Sacheen Littlefeather lehnt ihn ab

Eklat auf der Bühne: Roger Moore will den Oscar überreichen, Sacheen Littlefeather lehnt ihn ab

Foto: Mary Evans / IMAGO

Erst im August, fast 50 Jahre nach diesem Vorfall, hatte sich die Akademie dafür entschuldigt. In einem Brief an Littlefeather, der anlässlich einer Einladung zu einer Würdigung im Oscar-Museum in Los Angeles veröffentlicht worden war, hieß es: »Die Beschimpfungen, die Sie wegen dieser Erklärung erlitten haben, waren unvertretbar und unberechtigt. Die emotionale Last, die Sie durchlebt haben, und die Kosten für Ihre Karriere in unserer Industrie sind irreparabel.« Viel zu lange sei auch Littlefeathers »Mut« nicht anerkannt worden: »Dafür entschuldigen wir uns zutiefst und sprechen Ihnen zugleich unsere ehrliche Bewunderung aus.«

»Wenn ich tot bin, denkt immer daran, dass, wann immer ihr für eure Wahrheit einsteht, ihr meine Stimme und die Stimmen unserer Nationen und unserer Völker am Leben erhaltet.«

Sacheen Littlefeather

Littlefeather hatte mit Humor auf den Entschuldigungsbrief reagiert. »Wir Indigene sind sehr geduldige Menschen – es ist erst 50 Jahre her!« Sie hätten gelernt, mit Humor auf Widrigkeiten zu reagieren: »Das ist unsere Überlebensmethode.«

sak/AFP

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.