"Sakrileg"-Verfilmung Filmreifer Streit um Chirac

Frankreichs Präsident Jacques Chirac soll versucht haben, Einfluss auf die Besetzung des Blockbusters "Sakrileg" zu nehmen, meldete das US-Magazin "Newsweek". Der Staatschef dementierte jetzt: "Newsweek" sei im falschen Film.


Paris - Hochkarätig besetzt ist dieses Dramolett. Die Hauptrollen spielen der französische Präsident Jacques Chirac und das US-Wochenmagazin "Newsweek". Das Blatt hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, der Staatschef habe dem Regisseur Ron Howard und dem Produzenten Brian Grazer bei einem Treffen im Dezember 2004 einen heiklen Vorschlag gemacht: Sie sollten die weibliche Hauptrolle in der geplanten Dan-Brown-Verfilmung "Sakrileg" der "besten Freundin seiner Tochter" geben. Heute ließ Chirac dies dementieren.

"Sakrileg"-Star Tautou: Hat gut lachen - der Part ging an sie
WDR

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Taugt die Affäre zum großen Kino? Aus Regierungskreisen heißt es, bei dem Treffen habe sich Chirac mit Howard und Grazer über Schauspieler wie Paul Newman und Gregory Peck, aber auch über die Franzosen Audrey Tautou und Jean Reno unterhalten, "ohne sie allerdings mit dem Casting für den Film in Verbindung zu bringen".

"Newsweek" kolportiert den Fall ganz anders. Chirac habe während eines einstündigen Gesprächs mit den beiden Filmschaffenden seine Hilfe angeboten, um die notwendigen Drehgenehmigungen für den Louvre zu bekommen. Dann habe er den Besetzungsvorschlag mit der Freundin seiner Tochter Claude gemacht. "Und er hat halb im Ernst ganz laut gefragt, ob der Schauspieler Jean Reno, der den Polizisten Bezu Fache spielt, nicht ein bißchen besser bezahlt werden könnte", wird Grazer zitiert. Diese Behauptung wurde im Elysée-Palast nun gleichfalls zurückgewiesen.

Die Freundin, deren Name ungenannt blieb, bekam die Rolle übrigens nicht. Audrey Tautou ("Amélie") übernimmt den Part und wird an der Seite von Tom Hanks auf Kunst- und Mördersuche gehen.

Aber egal: Ob Gerücht oder Faktum, der Fall stiftet zu schwelgerischen Überlegungen an. Welcher Schauspieler wünschte es sich nicht, dass seine Regierung von höchster Stelle her in Gehalts- und Besetzungsverhandlungen mit naturgemäß knausernden Produzenten eingreift. Merkel schlägt im Namen Heiner Lauterbachs für "Mission Impossible XVIII" satte fünf Millionen Euro Gage raus. Münte macht einen Deal für Veronica Ferres in der Neuverfilmung von "Der blaue Engel" klar (inklusive Merchandizing von McDonald's bis Haribo). Hinterher wird natürlich kassiert. Entschuldigung - dementiert.



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