San Francisco Film Festival "Grand Prize" für deutschen Dokumentarfilm

Vier Jahre lang hat der deutsche Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer den schottischen Künstler Andy Goldsworthy bei seiner Arbeit begleitet. Der Film, der daraus entstanden ist, ist jetzt zum besten Dokumentarfilm des San Francisco Film Festivals gewählt worden.


San Francisco - Der Münchner Regisseur und Kameramann fixiert in "Fluss der Zeit", was Goldsworthys Kunst einzigartig macht: Die Flüchtigkeit. Denn Goldsworthy arbeitet ausschließlich mit Materialien aus der Natur. So arrangiert er Steine, Blätter, Zweige oder auch Eis und überlässt sie den Launen des Windes oder des Regens. Die verschiedenen Stadien dieser Veränderung hält Riedelsheimer in seinem Künstlerporträt fest, das von der Jury des ältesten Festivals Nordamerikas als "exzellent" gewürdigt wurde.


Ein Nest von Andy Goldsworthy gebaut: "Stick-Dome" Andy Goldsworthy in der Umgebung, die er liebt Goldsworthy lässt den Naturgewalten freien Lauf: "Schnecke"
Die Natur ist die Staffelei des Künstlers: "Stone-Cone" Eine "Eisschlange", die sich in die Vertikale bohrt Organische Formen, die dennoch nicht natürlich sind: Goldsworthys "Eisschlange"
Kalte Finger holt sich Goldsworthy bei natürlichem Eis in künstlichen Formen Allein in der Welt: Ein weiteres "Eiscone" aus Goldsworthys Naturwerkstatt Ein "Steinbogen" erinnert an die Architektur des Menschen

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Der "Grand Prize" ist nicht die erste Auszeichnung, die Riedelsheimer für seinen Film verbuchen konnte: Im letzten Jahr bekam Riedelsheimer den Deutschen Kamerapreis. Der Jury gefiel damals neben der "makellosen Ruhe und Beschaulichkeit" besonders, "dass Riedelsheimer der Versuchung, selbst Kunst machen zu wollen, nicht erliegt."

Goldsworthy-Werk: "Eisschlange"
Mediopolos

Goldsworthy-Werk: "Eisschlange"

Neben Riedelsheimer präsentierten weitere drei deutsche Filmemacher ihre Arbeiten in San Francisco. Stefan Tolz' Dokumentarfilm wurde im Bereich "Gesellschaft" ausgezeichnet, Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg stellten ihren animierten Kurzfilm in einer US-Premiere vor. Sven Taddicken, der mit "Mein Bruder, der Vampir" mit elf weiteren Regisseuren um den Nachwuchs-Preis (SKYY-Award) wetteiferte, ging leer aus. Die mit 10.000 Dollar dotierte Auszeichnung ging an den Tschechen Bohdan Slama ("The Wild Bees").

Das 45. San Francisco Film Festival endete am Donnerstag mit der Uraufführung von Woody Allens "Hollywood Ending". Mit mehr als 87.000 Zuschauern und 185 Filmen stellte das diesjährige Festival einen neuen Rekord auf.



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