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28. Januar 2008, 09:14 Uhr

Schauspieler-Preise

Coen-Brüder weiter auf Oscar-Kurs

"No Country for Old Men", der jüngste Film von Joel und Ethan Coen, wird immer eindeutiger zum Oscar-Favoriten. Die Schauspieler-Gewerkschaft SAG zeichnete gestern Abend das Ensemble des Western-Thrillers aus, einen Extra-Preis gab es für Nebendarsteller Javier Bardem.

Los Angeles - Überschattet würde die Verleihung der SAG Awards gestern Abend natürlich vom überraschenden Tod des jungen Schauspiel-Stars Heath Ledger in der vergangenen Woche. Daniel Day-Lewis, der für seine Rolle als Öl-Baron in "There Will Be Blood" von der Gewerkschaft Screen Actors Guild als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, widmete seinen Preis kurzerhand Ledger, obwohl er ihn nach eigener Aussage gar nicht näher kannte. "Ich konnte die ganze Woche an nichts anderes denken", sagte Day-Lewis, 50, vor US-Medien. Er sei sicher, dass Ledger noch viele "wundervolle Dinge in seinem Leben erreicht hätte".

Schauspieler Javier Bardem bei den SAG Awards: Beste Nebenrolle in "No Country for Old Men"
DPA

Schauspieler Javier Bardem bei den SAG Awards: Beste Nebenrolle in "No Country for Old Men"

Zu den Gewinnern des Abends zählte auch der Cast des Western-Thrillers "No Country for Old Men", bestehend aus Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Javier Bardem und Woody Harrelson. Die Schauspieler wurden von der SAG als bestes Ensemble ausgezeichnet; Javier Bardem erhielt zusätzlich den Award als bester Nebendarsteller. Die Regie-Brüder Joel und Ethan Coen steuern damit sehr eindeutig auf den Oscar-Gewinn zu. Am Vortag wurden die beiden bereits mit dem Preis der Regisseurs-Gilde DGA ausgezeichnet, ein sicherer Indikator für Hollywoods Hauptpreis, der am 24. Februar verliehen wird. "No Country for Old Men" und "There Will Be Blood" gelten mit jeweils acht Nominierungen als Favoriten.

Trotz zahlreicher Nominierungen ging Sean Penns Aussteiger-Drama "Into The Wild" bei den SAG Awards leer aus. In der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jon Krakauer spielen neben Hauptdarsteller Emile Hirsch unter anderem Hal Holbrook, Marcia Gay Harden, Catherine Keener und William Hurt markante Rollen. Penns Film wurde bereits bei den Oscar-Nominierungen weitgehend übergangen.

Als beste Darsteller wurde Julie Christie für ihre Rolle als Alzheimerkranke in "Away From Her" geehrt. Die wichtigsten Preise der amerikanischen Schauspieler gingen in diesem Jahr also an zwei Briten und einen Spanier.

In der Fernsehsparte wurde noch einmal die unlängst beendete Serie "The Sopranos" gewürdigt. Die Mafia-Saga räumte die wichtigsten Preise ab, darunter bester Darsteller (James Gandolfini) und beste Darstellerin (Edie Falco). "Es waren zehn Jahre, es ist eine Ehre. Das ist alles, was ich sagen kann", sagte Gandolfini gerührt. Die in der SAG organisierten Schauspieler stellen den größten, also einflussreichsten Teil der 6000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die alljährlich den Oscar vergibt.

Die Preise der 14. Screen Actors Guild Awards im Überblick:

Film:

Ensemble cast: "No Country for Old Men"
Bester Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis ("There Will Be Blood")
Beste Hauptdarstellerin: Julie Christie ("Away From Her")
Bester Nebendarsteller: Javier Bardem ("No Country for Old Men")
Beste Nebendarstellerin: Ruby Dee ("American Gangster")

Fernsehen:

Ensemble cast (Drama): "The Sopranos"
Bester Hauptdarsteller: James Gandolfini ("The Sopranos")
Beste Hauptdarstellerin: Edie Falco ("The Sopranos")
Ensemble cast (Comedy): "The Office"
Bester Hauptdarsteller (Comedy): Alec Baldwin ("30 Rock")
Beste Hauptdarstellerin (Comedy): Tina Fey ("30 Rock")

TV-Film/Miniserie:

Bester Hauptdarsteller: Kevin Kline ("As You Like It")
Beste Hauptdarstellerin: Queen Latifah ("Life Support")

Preis fürs Lebenswerk: Charles Durning

bor/REUTERS

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