Schauspieler-Streik Gewerkschaften errangen neue Tarife

Mit der Durchsetzung eines neuen Tarifvertrags ist der Streik um fairere Werbeverträge für Hollywood-Schauspieler so gut wie beigelegt. Doch der Arbeitskampf um Gagen und Gehälter steht noch aus.


New York - Wenn am Montagabend auch noch die streikenden Darsteller dem von ihren Gewerkschaften errungenen Tarifabschluss zustimmen, ist die seit Wochen drohende Kino-Durststrecke in Hollywood kein Thema mehr. Mit dem bislang längsten Streik in der Geschichte "Tinseltowns" haben Zehntausende von organisierten US-Schauspielern einen neuen Tarifvertrag für die Produktion von Werbefilmen durchgesetzt.

Arbeitskampf: SAG-Mitglieder attackieren die "Streikbrecherin" Liz Hurley
REUTERS

Arbeitskampf: SAG-Mitglieder attackieren die "Streikbrecherin" Liz Hurley

Der Durchbruch zu einer Einigung zwischen den Schauspielergewerkschaften SAG (Screen Actors Guild) und AFTRA (American Federation of Television and Radio Artists) sowie den Vertretern der Werbebranche erfolgte fast sechs Monate nach Beginn des Arbeitskampfes bei einer neuen Verhandlungsrunde in der Nacht zum Montag in New York. Über Einzelheiten der Vereinbarung wollen die Gewerkschaften am Abend informieren. Danach sollen zunächst die mehr als 135.000 Mitglieder erklären, ob sie dem Abschluss zustimmen.

Mit dem nun möglicherweise beigelegten Streik hatten die Gewerkschaften erzwingen wollen, dass die Werbeproduzenten Schauspielern grundsätzlich neben einmaligen Honoraren Tantiemen für die wiederholte Ausstrahlung von Werbespots auf allen Kanälen zahlen. Bislang war das nur bei den großen Netzwerken der Fall, nicht aber bei den zahlreichen privaten Kabel-Sendern. Die Industrie wollte hingegen Tantiemen grundsätzlich abschaffen und nur noch eine einmalige Gage zahlen.

Der von Weltstars wie Bruce Willis, Tom Hanks, Harrison Ford und Kevin Spacey mit großzügigen Spenden unterstützte Streik gegen die Werbeindustrie galt als Stimmungsbarometer für den Ausgang des für das kommende Jahr erwarteten erneuten Arbeitskampfes. Wenn nämlich im Frühjahr die Rahmenverträge der Drehbuchautoren und im Frühsommer die der Schauspieler mit den großen Hollywood-Studios auslaufen, könnte ein neuer Streik die größte Traumfabrik der Welt lahm legen.



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