Schauspieler UFA-Legende Carl Raddatz gestorben

Spielend zur Ikone werden: Carl Raddatz prägte als Schauspieler die Glanzeit der UFA. Im Nachkriegsdeutschland avancierte der Kinostar zum Liebling des deutschen Theaters. Nun ist Raddatz 92-jährig in Berlin gestorben.

Berlin - Carl Raddatz, eine Legende der UFA-Zeit, ist tot. Wie am Donnerstag bekannt wurde, starb der renommierte deutsche Bühnen- und Filmschauspieler, am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in Berlin.

Raddatz, am 13. März 1912 in Mannheim geboren, war 1937 zur UFA gekommen. Er galt bald als einer der populärsten Filmstars Deutschlands. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Urlaub auf Ehrenwort" (1938), "Wir tanzen um die Welt" (1939), "Zwielicht" (1940) oder "Unter den Brücken" (1945). Raddatz wirkte auch im NS-Propagandafilm "Stukas" aus dem Jahr 1941 mit. Zuletzt war er in der TV-Produktion "Rosinenbomber" (1988) zu sehen.

Nach Kriegsende konzentrierte sich Raddatz zunehmend aufs Theater. In Berlin überzeugte er vor allem in Stücken von Carl Zuckmayer wie "Des Teufels General" oder in Samuel Becketts "Warten auf Godot". Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit arbeitete Raddatz auch als Synchronsprecher und lieh seine markante Stimme Filmhelden wie Humphrey Bogart, Robert Taylor oder Lee Marvin.

1963 zum Berliner Staatsschauspieler ernannt, wurde Raddatz 1972 Ehrenmitglied von Schiller- und Schlossparktheater. 1972 erhielt der Darsteller das Bundesverdienstkreuz, 1979 folgte das Filmband in Gold für langjährige und außerordentliche Leistungen im deutschen Film.