Schlingensief-Film Angie und Gerd in Afrika?

Der Provokateur hat ein neues Projekt: Christoph Schlingensief dreht in Namibia den Film "African Twin Towers". Rock-Legende Patti Smith hat ihre Teilnahme bereits zugesichert, dazu hätte der Regisseur gerne noch Gerhard Schröder und Angela Merkel in seinem Team.


Regisseur Schlingensief: Filmprojekt in Afrika
DDP

Regisseur Schlingensief: Filmprojekt in Afrika

Der Film soll eine Karikatur des Gesellschaftssystems sein und die politischen Ereignisse der vergangenen Jahre dokumentieren und kommentieren. "Ein 'Ring des Nibelungen' in Kurzform, verwoben mit dem 11. September 2001, also die Suche nach dem verlorenen Kapital, nach Leidenschaft und Liebe", sagte Schlingensief der Nachrichtenagentur dpa über das Projekt. Der Regisseur hat eine tiefe Verbindung zu Afrika, wiederholt hat er den Kontinent bereist.

Im Oktober sollen in Namibia die Dreharbeiten zu "African Twin Towers" beginnen. Als Drehorte wurden bereits die Städte Windhuk und Lüderitz sowie die Robbenbänke des Landes ausgewählt. Die amerikanische Sängerin Patti Smith und die Fassbinder-Schauspielerin Irm Hermann sollen tragende Rollen spielen, dazu wirken die Darsteller aus Schlingensiefs Produktion "Kunst und Gemüse" an der Berliner Volksbühne mit. Doch Schlingensief hat größere Pläne bei der Besetzung: Angela Merkel und Gerhard Schröder sollen ebenfalls an seinem Projekt teilnehmen.

"In meiner 'Berliner Republik' an der Volksbühne war ja auch geplant, dass Gerhard Schröder nach Afrika fahren wird, um meine Aufführung des 'Ring' zu unterstützen", sagt der Regisseur. "Vielleicht könnte man jetzt Gerhard und Angela zusammen da hinbringen. Zeit haben sie ja sicherlich bald dafür."

Es ist das erste Filmprojekt des Berliner Regisseurs seit acht Jahren. 1997 erregte er mit seinem Werk "Die 120 Tage von Bottrop" Aufsehen. Darin ging es um einen Regisseur, der ein Remake von Pier Passolinis "Salo, oder die 120 Days von Sodom" drehen möchte. Schon dieser Film sollte - darin bleibt sich Schlingensief treu - mit jedem Tabu in Deutschland brechen. Ähnliches kann man auch, ohne eine Zeile des Drehbuchs zu kennen, von seinem neuen Projekt erwarten.



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