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21. August 2000, 11:23 Uhr

Sex und Gewalt

Jennifer Lopez erobert US-Kinos

Jennifer Lopez' neuer Film "The Cell" bringt Amerikas Puritaner auf die Barrikaden. Gotteslästerung, exzessive Gewalt und eine ordentliche Prise Sex - kein Wunder, dass der Film am Wochenende leichtes Spiel hatte.

Jennifer Lopez: Wie eine brasilianische Wassergöttin
New Line Cinema

Jennifer Lopez: Wie eine brasilianische Wassergöttin

New York - Auch als Schauspielerin ist Jennifer Lopez, der Popstar mit dem millionenteuren Körper, jetzt die Nummer eins: Der Psycho-Krimi "The Cell", in dem sie die Hauptrolle spielt, kam gleich nach seiner Premiere auf den ersten Platz der amerikanischen Kino-Charts. Nach vorläufigen Studioangaben spielte der Streifen von Freitag bis Sonntag 37 Millionen Mark ein und verwies damit Spike Lees "The Original Kings of Comedy" und Clint Eastwoods "The Space Cowboys" auf die Plätze zwei und drei.

In dem Film spielt Lopez eine Psychologin, die eine surreale Reise durch den Kopf eines Serienkillers unternimmt. Dabei durchlebt sie Szenen, die die Motion Picture Association of America (MPAA) als "bizarr, gewalttätig und sexuell" bezeichnete und für nicht jugendfrei erklärte.

Ein umstrittenes "Highlight" des Films ist die Szene, in der die aus dem Körper herausquellenden Innereien eines Mannes zum Harfespielen benutzt werden. Die katholische Kirche ist zudem entsetzt über die Szene, in der Lopez als Jungfrau Maria verkleidet ist.

Der Regisseur des Films, Tarsem Singh, weist allerdings solche Kritik zurück. Lopez sehe nicht aus wie die Jungfrau Maria, sondern wie eine brasilianische Wassergöttin, sagte er zu Entertainment Weekly Online. Er verteidigt auch die ekligen Passagen in seinem ersten Spielfilm: "Die Szene mit den Innereien ist von der katholischen Kirche inspiriert. Es war eine gängige Praxis der Inquisition."

Für das US-Publikum mussten bereits etliche Szenen herausgeschnitten werden. "Die Originalfassung war sehr viel graphischer. Die Europäer werden das sehen, was ich eigentlich vorhatte", sagt Singh, der vor allem mit Videoclips bekannt wurde (1991 drehte er das Video zur R.E.M.-Single "Losing My Religion").

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