US-Schauspieler Seymour Cassel im Alter von 84 Jahren gestorben

Als unbezahltes Crewmitglied startete er seine Filmkarriere bei John Cassavetes - und spielte fortan in fast jedem seiner Filme mit. Zuletzt war es still um Seymour Cassel geworden. Er litt an Alzheimer.

Paul Buck/ EPA

Die verschmitzte Art, sein Gesicht samt Knollnase und sein vielseitiges Talent machten Seymour Cassel zu einem gefragten Hollywood- und Independent-Schauspieler. Seine Nebenrolle in "Gesichter" (1968) brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Dreimal arbeitete er mit Wes Anderson zusammen. Nun ist Cassel im Alter von 84 Jahren an Komplikationen seiner Alzheimer-Erkrankung in Los Angeles gestorben.

Der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler John Cassavetes, der 1989 im Alter von nur 59 Jahren an Leberkrebs gestorben ist, holte den Schauspieler unter anderem für sein Regiedebüt "Schatten" (1959) vor die Kamera. Darin wirkte Cassel als unbezahltes Crewmitglied mit. Es folgten das Drama "Gesichter" (1968) und die Beziehungskomödie "Minnie und Moskowitz" (1971), die Cassavetes für seine Frau Gena Rowlands und seinen Freund Cassel geschrieben hatte. Überhaupt tauchte Cassel in fast jedem Film von Cassavetes auf, den der Schauspieler einmal als den Bruder bezeichnete, den er nie hatte.

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Seymour Cassel, der grandiose Charakterdarsteller

Unter der Regie von Wes Anderson wirkte der Schauspieler in "Rushmore" (1998), "Die Royal Tenenbaums" (2001) und "Die Tiefseetaucher" (2004) mit. In dem Drama "Ein unmoralisches Angebot" mit Robert Redford in der Rolle eines Milliardärs spielte Cassel dessen Fahrer und Assistenten.

Cassel, der auch in zahlreichen Independent-Filmen mitspielte, ist der Namenspate für einen Filmpreis beim Internationalen Filmfest Oldenburg. Seit 2012 wird dort der "Seymour Cassel"-Ehrenpreis an einen Darsteller vergeben.

brs/dpa



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