Streit über Umsatzbeteiligung Muss Spider-Man das Marvel-Universum verlassen?

Weil die letzten "Spider-Man"-Filme erfolgreich liefen, wollte Co-Produzent Marvel einen größeren Anteil. Rechteinhaber Sony lehnte ab - die bekannte Figur könnte damit aus dem "Avengers"-Team fliegen.

Ist Spider-Man womöglich bald kein "Avenger" mehr?
Sony Pictures

Ist Spider-Man womöglich bald kein "Avenger" mehr?


Über eine Milliarde Dollar spielte "Spider-Man: Far from Home" in den vergangenen Wochen an den Kinokassen weltweit ein - es ist damit die erfolgreichste Produktion von Sony Pictures. Von diesem Kuchen wollte Co-Produzent Marvel - zum Disney-Konzern gehörend - einen größeren Anteil abhaben. Doch nach monatelangen Verhandlungen lehnte Sony ab.

Die zukünftigen Abenteuer des wendigen Helden werden daher nicht mehr von beiden Häusern gemeinsam produziert, wie dem Branchendienst "Hollywood Reporter" bestätigt wurde. Dramatischer für viele Fans: Spider-Man könnte damit das Marvel-Universum verlassen.

Vor 20 Jahren kaufte Sony die Rechte an der Figur vom damals angeschlagenen Marvel-Konzern. Der Deal: Fünf Prozent der Einnahmen jedes Films und Anteile am Merchandise. Wie "Deadline" berichtet, soll Marvel-Mutter Disney nach den Erfolgen der vergangenen Jahre und Filmproduktionen 50 Prozent der Einnahmen gefordert haben. Darauf habe sich Sony allerdings nicht einlassen wollen.

Damit verlieren die Spider-Man-Filme auch ihren kreativen Produzenten Kevin Feige, wie Sony in einer Pressemitteilung bestätigte. Mit dessen Ideen konnte die Figur, gespielt von Tom Holland, nach einigen schlecht angenommenen Filmen wiederbelebt werden - und erstmals im "Avengers"-Universum auftauchen. Doch auch damit könnte nun mit dem Aus der Partnerschaft zwischen Disney und Sony Schluss sein.

Darüber sind vor allem die "Avengers"-Fans enttäuscht. Unter #SaveSpiderMan riefen Nutzer auf Twitter dazu auf, die Entscheidung rückgängig zu machen - und Spider-Man weiterhin im Marvel-Universum gegen das Böse kämpfen zu lassen. Einige Fans riefen sogar den Oberschurken Thanos, gegen den die "Avengers" nun einige Filme lang vereint kämpften, dazu auf, in den Streit zwischen Disney und Sony einzugreifen.

Sogar Schauspieler Jeremy Renner, der bei den "Avengers" den Bogenschützen Hawkeye verkörperte, bat Sony darum, Spider-Man weiterhin Teil von Marvels Helden sein zu lassen.

Sollte die Figur wirklich nicht mehr im Universum der "Avengers" auftauchen, wird es dort nach den verlustreichen Kämpfen des letzten Films etwas leer (wer "Avengers: Endgame" noch nicht gesehen hat, sollte jetzt nicht weiterlesen): Nach dem Tod von Tony Stark, also Iron Man ( Robert Downey Jr.), und Natasha Romanoff, also Black Widow (Scarlett Johansson), sowie der Zeitreise von Steve Rogers, also Captain America (Chris Evans), sind die Reihen der Helden ziemlich gelichtet. Mit Spider-Man verließe wieder eine der beliebtesten Figuren das Team. Sony und Marvel allerdings ließen das noch offen.

Klar ist jedoch, dass Sony das "Spider-Man"-Universum ausbauen und weitere Filme mit bekannten Figuren aus der Welt von Peter Parker veröffentlichen will. Andy Serkis wird als Regisseur die Fortsetzung des Superheldenstreifens "Venom" inszenieren, in dem Tom Hardy wieder in die Rolle des Antihelden mit den übernatürlichen Fähigkeiten schlüpfen wird. Im Frühjahr fiel außerdem die Klappe für ein weiteres Spin-off: In "Morbius" verkörpert Jared Leto einen Biochemiker, der nach einem Selbstexperiment zum Vampir wird. Möglich ist also, dass Sony bald ein eigenes Heldenteam zusammenstellt.

evh



insgesamt 4 Beiträge
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dasfred 21.08.2019
1. Das lässt sich leicht lösen
Den nächsten Spiderman einfach von und mit Till Schweiger produzieren, dann geht das Interesse komplett in den Keller. Hundert verkauften Kinokarten am Eröffnungswochenende und niemand will mehr Kein Netz Spinne sehen.
Dr._Copy 21.08.2019
2. Es lebe die Konserve
Unglaublich wie lange sich so ein Kram immer und immer wieder recyceln und Kohle damit scheffeln lässt. Kein Wunder das Hollywood sich kaum genötigt sieht wirklich neue und kreative Filme zu drehen. Statt dessen lässt man einen Praktikanten ein Drehbuch schreiben und einfach nur ein paar CGI-Maschinen laufen.
Ventil4tor 21.08.2019
3.
Ich sehe Sony im Recht. Was ist denn Marvel so geldgierig?! Typisch Unternehmen die den Hals nicht voll genug kriegen! Schade um Holland und die besten Spidey Filme. Da können die die Avengers direkt einstampfen, weil mit ihm der wichtigste Bestandteil nach Ironman flöten geht. Das rettet kein Thor und keine Captain Marvel.
megbarlis 21.08.2019
4. Sorry Stimmt so nicht
Sorry aber lest ihr auch die Artikel die Ihr verlinkt? Dort steht eindeutig das es sich um eine Ko-finanzierung (co-fi) ging, was bedeutet das sich Disney zu 50% an den Kosten der Filme beteiligt hätte. Bitte erst genau recherchieren!
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