Spannung bei Golden Globes Countdown für den Oscar-Wettlauf

Heimlich soll Julia Roberts schon ihre Dankesworte üben. Als letzter großer Oscar-Test, nicht nur für Julia Roberts, gilt der Golden Globe - der Preis der Auslandspresse in Hollywood.


Hoffnung auf Preise: Julia Roberts
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Hoffnung auf Preise: Julia Roberts

New York - In der Nacht zum Montag werden die begehrten Golden Globes verteilt. Begehrt sind die Auszeichnungen, weil in den vergangenen Jahren die Wahl der kleinen Gruppe ausländischer Kino-Journalisten und die spätere Entscheidung der "Oscar-Macher", der mehr als 5000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, weitgehend übereinstimmten.

Als Favoritin für beide Filmpreise gilt Julia Roberts, nachdem sie durch drei der fünf großen US-Kritikervereinigungen für ihre Hauptrolle in "Erin Brockovich" als beste Schauspielerin genannt wurde. Öfter, nämlich viermal, nannten die Kritiker nur Steven Soderbergh - als besten Regisseur. Bei den Globes ist er mit "Erin Brockovich" und dem Drogen-Thriller "Traffic" jeweils zweimal in den prominenten Kategorien beste Regie und bestes Filmdrama vertreten. Für besonders aussichtsreich wird auch Ang Lees Streifen "Tiger and Dragon" gehalten, der bester ausländischer Film werden könnte.

Ansonsten aber herrscht viel Ratlosigkeit. Kein Vergleich zur Lage Anfang 2000, als "American Beauty" in aller Munde war und erst recht nicht zum Filmjahr 1997, aus dem der Film "Titanic" weit hinausragte. Der Oscar-Wettlauf ist diesmal so offen wie selten zuvor. Vor allem gilt das für den besten Film. In der bedeutendsten aller Preiskategorien ist durch die fünf Kritikerverbände, von Los Angeles über New York bis Boston, nicht ein Film wenigstens zweimal benannt worden. Dadurch erhöht sich zwar die Spannung bei der Globes-Verleihung, doch die Uneinigkeit zeigt auch, dass diesmal ein breites Feld guter Durchschnittsware um Globes und Oscars konkurriert.

Kämpft um Golden Globe: Sandalenfilm "Gladiator"
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Kämpft um Golden Globe: Sandalenfilm "Gladiator"

"Erin Brockovich" zum Beispiel war nach dem Kinostart im März von der Kritik zwar gelobt, aber durchaus nicht als höchster Ehren würdig eingestuft worden. Das Sandalen-Abenteuer "Gladiator", das jetzt zu den Globe-Anwärtern gehört, galt im Sommer lediglich als gut gemachter Unterhaltungsfilm. Sieht man von "Traffic" ab, ist unter Cineasten nur wenig Enthusiasmus zu verspüren.

Dennoch kommt die "Oscar-Maschine" immer mehr auf Touren. Ab Montag geht der Wettlauf in eine neue Runde, überall tauchen dann wieder die großen Filmanzeigen mit den nicht zu übersehenden Empfehlungen auf: "Ausgezeichnet mit ... Golden Globes." Doch die ganz heiße Phase des Ringens um die Gunst der Academy kommt erst noch. Sie beginnt mit der Nominierung für die Oscars am 13. Februar und endet erst mit der Entscheidung am 25. März.

Thomas Burmeister, dpa



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