SPIEGEL-Betrugsfall Michael Herbig verfilmt den "Fall Relotius"

Ein Sachbuch über den ehemaligen SPIEGEL-Redakteur Claas Relotius und seine Fälschungen wird zu einem Spielfilm. Die Ufa Fiction hatte sich die Rechte gesichert, Michael "Bully" Herbig wird Regie führen.
Michael "Bully" Herbig: Er soll Regie führen

Michael "Bully" Herbig: Er soll Regie führen

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

Kürzlich erst erschien das Buch "Tausend Zeilen Lüge. Das System Relotius und der deutsche Journalismus" des Reporters Juan Moreno. Darin arbeitet der SPIEGEL-Mitarbeiter auf, wie der ehemalige SPIEGEL-Redakteur Claas Relotius über Jahre seine Texte fälschte. Dass eine Verfilmung des Buches geplant sei, war schon bekannt - die Filmrechte waren bereits vor Veröffentlichung erworben worden.

Nun aber teilte die Produktionsfirma UfaFiction mit, wer sich des Projektes annehmen wird: Michael "Bully" Herbig soll Regie führen. Herbig war über Jahre als Komiker und Regisseur von Komödien bekannt ("Der Schuh des Manitu"), hatte aber mit seinem DDR-Flucht-Drama "Ballon" 2018 erstmals neues Terrain beschritten.

Der SPIEGEL hatte den Skandal Ende 2018 selbst öffentlich gemacht und ihn aufgearbeitet. Seit 2011 waren rund 60 Texte im Heft und bei SPIEGEL ONLINE erschienen, die Relotius geschrieben hat oder an denen er beteiligt war. Darin hatte er zum Teil Protagonisten und Szenen erfunden. Moreno war ihm bei der Recherche zu einer gemeinsamen Geschichte auf die Schliche gekommen.

Es ist nicht das einzige Projekt, das die Ufa mit Herbig plant. Mit "Siegfried & Roy" wird er auch die Lebensgeschichte der beiden berühmten Magier verfilmen. "Beide Stoffe schreien förmlich danach, für die große Leinwand produziert zu werden", sagte Herbig laut Mitteilung.

In eigener Sache

Der Redakteur Claas Relotius hat die Leser und die Redaktion des SPIEGEL mit gefälschten Artikeln getäuscht und das Haus in eine Krise gestürzt. Alle Artikel zu diesem Fall im Überblick.

kae/dpa