B-Movies aus den Achtzigern Türkischer "Star Wars" wird restauriert

"Star Wars" kennt jeder. Aber auch die türkische Version? In den Achtzigern drehte ein Regisseur aus Ankara einen abgedrehten Science-Fiction-Film - und klaute dafür Szenen aus dem Original.

Ein türkischer Luke Skywalker?

Ein türkischer Luke Skywalker?


In den Siebzigern und Achtzigern, lange bevor das Internet erfunden wurde, nahm es die türkische Filmindustrie mit dem Urheberrecht noch nicht so genau. Vor allem beliebte Hollywoodfilme wurden gerne kopiert: "Der Zauberer von OZ", "Der Exorzist" und ja, auch " Star Wars".

"Der Mann, der die Welt rettet", im Original "Dünyay Kurtaran Adam", ist wohl der berühmteste dieser türkischen Trash-Filme. Über die Jahre bekam er den Spitznamen "Turkish Star Wars". Vor allem, weil Regisseur Çetin Inanç einfach Szenen des Originals "Star Wars" in den Film reingeschnitten hatte. Beim Soundtrack hatte er sich bei Klassikern wie "Planet der Affen", "Moonraker" und "Flash Gordon" bedient. Auch die Titelmelodie von "Indiana Jones" ist zu hören.

Mit dem Plot des Originals hat der türkische "Star Wars" allerdings nichts zu tun. Der ist viel abgedrehter: Die beiden türkischen Weltraumpiloten Murat und Ali stürzen auf einem fremden Planeten ab und bekämpfen dort einen bösen Zauberer. Dabei hilft ihnen ein großes, blitzförmiges Schwert.

Der Film wurde auch so legendär, weil es lange den Anschein hatte, dass keine Originalkopie mehr existierte. Bis im Juni der amerikanische Filmhistoriker Ed Glaser eine letzte Rolle bei einem ehemaligen türkischen Filmvorführer auftrieb. Er möchte den Film nun digitalisieren und somit für die Nachwelt erhalten.

In einem Video für Great Big Story, eine Social-Video-Plattform des amerikanischen Senders CNN, erklärt Glaser: "Ich wirklich noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Es ist ein wenig wie ein Fiebertraum". Er nennt "Dünyay Kurtaran Adam" den "Heiligen Gral" der türkischen Trash-Kopien. Tatsächlich gilt er als einer der schlechtesten Filme, die jemals gemacht wurden.

gia

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