"Re-Animator" Horrorfilm-Regisseur Stuart Gordon ist tot

Er war ein Meister des blutrünstigen Splatterfilms, machte Theaterexperimente - und schrieb das Drehbuch zu "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft". Jetzt ist Stuart Gordon verstorben.
Stuart Gordon war bekannt für seine blutigen Horrorfilme. Er betätigte sich aber auch als experimentierfreudiger Theatermacher.

Stuart Gordon war bekannt für seine blutigen Horrorfilme. Er betätigte sich aber auch als experimentierfreudiger Theatermacher.

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Jemal Countess/ WireImage/ Getty Images

Bevor Stuart Gordon sich als Regisseur von Horrorfilmen mit heftigen Splatter-Effekten einen Namen machte, ließ er Blut auf einer Theaterbühne in Chicago spritzen. Noch als Student tobte sich Gordon als Theatermacher aus und war bald lokal berühmt-berüchtigt für seine radikalen Experimente.

Wegen einer Bearbeitung von "Peter Pan", mit der er gegen den Vietnamkrieg protestieren wollte, wurde Gordon 1968 sogar wegen Obszönität verhaftet. Dem Theater blieb er auch in den Siebzigerjahren treu, erst 1985 stieß er mit "Re-Animator", der Verfilmung einer Geschichte von H.P. Lovecraft, zum Film.

"Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft": Ausgerechnet ein Disney-Kinderfilm war Stuart Gordons größter kommerzieller Erfolg.

"Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft": Ausgerechnet ein Disney-Kinderfilm war Stuart Gordons größter kommerzieller Erfolg.

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Bei Horror-Fans erarbeitete er sich damit eine treue Gemeinde. "Re-Animator" gilt mit Kopf-ab-und-Gedärme-raus-Tricks und finsterem Witz als Vorbild für die Welle der Splatterfilme der Achtzigerjahre, als deren bekanntester Vertreter "Tanz der Teufel" gilt.

Mit Nachfolgern wie "From Beyond - Aliens des Grauens" oder "Meister des Grauens" war Gordon nicht mehr ganz so erfolgreich. Dann klopfte unerwartet ausgerechnet Disney bei ihm an: Für das Studio schrieb er 1997 das Drehbuch zu dem Familien-Fantasyfilm "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft", der wegen des großen Erfolgs zu einer Filmreihe und TV-Serie wurde (und aktuell neu aufgelegt wird).

Stuart Gordon drehte weiter Filme und wandte sich in Los Angeles auch dem Theater wieder zu. Unter anderem brachte er dort eine Musical-Version von "Re-Animator" auf die Bühne. Er verstarb im Alter von 72 Jahren. Das teilte seine Familie ohne die Angabe einer Todesursache mit.

kae