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Suzy Bemba Ballerina, nicht Putzfrau

aus DER SPIEGEL 39/2021
Foto: Marin Driguez

Die französische Schauspielerin Suzy Bemba, 21, verbindet ihre erste große TV-Rolle mit ihrem Engagement gegen Rassismus. Sie spielt in einer neuen Fernsehserie eine Balletttänzerin an der Opéra Garnier in Paris, die mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen hat. Ganz am Anfang steht eine Szene, in der die Tänzerin für eine Putzfrau gehalten wird. Sie hatte für Diskussionen im Filmteam gesorgt, manche fanden das zu plakativ. »Ich wollte auf keinen Fall, dass die Szene wegfällt«, sagt die Tochter kongolesischer Einwanderer in einem Interview mit der Zeitung »Liberation«. Sie sei als Kind mit Rassismus konfrontiert gewesen und wisse, wovon sie spreche: Die Szene sei realistisch und »entspricht keineswegs nur einem Klischee.« Die Serie ist von realen Begebenheiten und Personen inspiriert. Mitarbeiter der Pariser Oper hatten vergangenen Oktober in einem Manifest gegen rassistische Diskriminierung protestiert und damit eine heftige Debatte ausgelöst. Heute bemüht sich die aktuelle Führung um mehr Diversität. Es bleibe aber noch viel zu tun, findet Bemba. »Ich hoffe, man kann eines Tages eine schwarze Ballerina filmen, ohne ihre Hautfarbe zum Thema zu machen.«

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