Ende einer Legende Sylvester Stallone macht Schluss mit Rocky

Er hängt die Boxhandschuhe endgültig an den Nagel: Sylvester Stallone will die Figur des Boxers Rocky, die ihn berühmt machte, nicht mehr spielen. Das Sport-Epos könnte aber ohne ihn weitergehen.

ddp images/ interTOPICS/ mptv

42 Jahre lang hat ihn die Rolle begleitet, nun soll endgültig Schluss sein: Wenn am 24. Januar der achte Rocky-Film "Creed 2" anläuft, wird Sylvester Stallone zum letzten Mal als der Boxer mit dem Hundeblick zu sehen sein.

Das kündigte der 72-Jährige auf seinem Instagram-Account an. Er schrieb: "Es war ein ultimatives Privileg, diese bedeutende Figur zu schaffen und zu spielen. Obwohl es mir das Herz bricht, müssen traurigerweise alle Dinge enden." In einem Video deutet Stallone an, dass es trotz seines Ausstiegs mit "Creed" durchaus weitergehen kann: "Diese Geschichte ist nun in den Händen einer neuen Generation".

Niemand hatte 1976 mit dem immensen Erfolg des ersten "Rocky"-Film gerechnet. Der Nachwuchs-Schauspieler Stallone versuchte sich damals wegen mangelnden Erfolgs und fehlender Engagements als Drehbuchautor. Dreieinhalb Tage brauchte er eigenen Angaben zufolge für das Treatment, aus dem später das Drehbuch zu "Rocky" hervorging.

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Sylvester Stallone gibt "Rocky" auf: Ein Boxerleben

Der Film wurde schließlich für nur eine Million Dollar gedreht. Stallone, der auf die Hauptrolle des Rocky Balboa bestanden hatte, bekam eine kleine Gage von 620 Dollar pro Drehwoche. Allerdings hatte er sich 10 Prozent des Einspielergebnisses zusichern lassen. Ein Glücksfall für den damals mittellosen 30-Jährigen: "Rocky " spielte völlig überraschend weltweit 225 Millionen Dollar ein und gewann Oscars für den besten Film, die beste Regie und den besten Schnitt.

Die klassische Geschichte vom Underdog "Rocky", der sich gegen alle Widrigkeiten nach oben kämpft, wiederholte sich so in Stallones Karriere selbst. Der Boxer ließ ihn trotz anderer Erfolge - etwa als "Rambo" - nicht mehr los, über die Jahre drehte er fünf Fortsetzungen und 2015 mit "Creed - Rocky's Legacy" ein erstes Spin-off. Dessen Sequel bildet nun den Schlusspunkt für Stallone.

kae



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quark2@mailinator.com 29.11.2018
1.
Herrje, der Kalte Krieg ist gewonnen und es werden keine Propagandafilme a la Rocky oder Rambo mehr gebraucht, wobei ich Rambo 1 natürlich ausnehme; insbesondere das Buch (First Blood) ist wirklich in einer ganz anderen Kategorie. Dieses eiserne Durchprügeln ohne Rücksicht auf Verluste war schon in den 80ern veraltet und hat heutzutage schon überhaupt keinen Wiederhall in der Realität mehr. Oder anders gesagt - S. Stallone mag alt geworden sein, aber Rocky ist noch viel schneller gealtert. Die Welt ist heute viel komplizierter als "die Russen" (Rocky) oder "die Nazis" (Indiana Jones) als Frontalgegner. Allerdings ist Hollywood der Realität leider nur selten annähernd gerecht geworden.
schwester arno 29.11.2018
2.
Na da wirds aber Zeit. Es gab mal im ZDF eine satirisch-ironische Show aus den 70er/80er Jahren aus Kanada, die "Wayne und Shuster Show" in der Rocky veralbert wurde und im Teil "Rocky 90" oder "Rocky 99" (ich weiss es nicht mehr so 100 % ig).der uralte Rocky die Treppen in Philadelpia hochkriecht, dazu wird es wohl nicht mehr kommen ;-)
colinchapman 29.11.2018
3. irgendwie schade
"Creed" hatte längst nicht mehr die erzählerische Dichte der Filme davor, aber ich mochte immer Sylvester Stallone in der Rolle des Rocky Balboa. Ich mochte besonders das 2006er Sequel 'Rocky Balboa', weil es wieder an die legendäre Filmmusik von Bill Conti und die erzählerische Dichte des ersten Teils anknüpfte. und ich habe Tränen gelacht, als Larry Merchant als HBO-Kommentator über den Lucky Punch des alternden Rocky Balboa meinte "...willkommen im ROCKY-LAND!"
dr.eldontyrell 29.11.2018
4. Rocky (1976) und
Rocky Balboa (2006) waren klasse. Ich liebe Filme über Underdogs, die sich trotz aller inneren und äußeren Widrigkeiten hochkämpfen. Die Rocky-Filme dazwischen kann man getrost vergessen, das war Trash.
Karbonator 29.11.2018
5.
Zitat von quark2@mailinator.comHerrje, der Kalte Krieg ist gewonnen und es werden keine Propagandafilme a la Rocky oder Rambo mehr gebraucht, wobei ich Rambo 1 natürlich ausnehme; insbesondere das Buch (First Blood) ist wirklich in einer ganz anderen Kategorie. Dieses eiserne Durchprügeln ohne Rücksicht auf Verluste war schon in den 80ern veraltet und hat heutzutage schon überhaupt keinen Wiederhall in der Realität mehr. Oder anders gesagt - S. Stallone mag alt geworden sein, aber Rocky ist noch viel schneller gealtert. Die Welt ist heute viel komplizierter als "die Russen" (Rocky) oder "die Nazis" (Indiana Jones) als Frontalgegner. Allerdings ist Hollywood der Realität leider nur selten annähernd gerecht geworden.
Haben Sie die Rocky-Filme denn eigentlich gesehen? In Rocky 4 geht es gegen einen sowjetischen Gegner, ja, aber ansonsten ist das überhaupt gar kein Thema in den anderen Filmen. Letztendlich geht es in den meisten Rocky-Filmen und einen Menschen, der sich sein Glück quasi erkämpft - sowohl im Leben als auch im Ring. Und in keinem der Filme lebt Rocky irgendeine Eiserner-Vorhang-Attitüde vor, sondern will eigentlich nur sein Leben mit seinen Liebsten (sofern sie noch leben) leben. Daß er das Boxen als Beruf/Berufung hat, ist halt das erzählerische Vehikel, mit dem das uramerikanische, aber deswegen nicht unbedingt falsche Motto "Mund abputzen und weitermachen" transportiert wird. (Siehe auch die mittlerweile recht berühmte Szene mit seinem Film-Sohn: https://www.youtube.com/watch?v=mk82j1jQw_8) Kurz: Ganz im Gegenteil, Rocky Balboa ist überhaupt nicht gealtert. Die Bescheidenheit, die Einfachheit, das Unprätentiöse, die Sehnsucht nach Zufriedenheit, aber auch der eiserne Wille bei Bedarf - das sind Eigenschaften, die auch heute noch vielen Menschen gut zu Gesicht stehen würden. Rocky hat mich mein Leben lang begleitet und auch wenn die Filme keine schauspielerischen Meisterwerke sind, haben sie ihre teilweise unglaubliche Atmospähre, von der eine Faszination ausgeht, von der andere Filme nur träumen können. Von daher finde ich es schade, daß Sly damit aufhört - andererseits ist es ein guter Zeitpunkt, denn Creed war in der Tat ein bemerkenswerter Übergang zu einer neuen Generation. Rocky Balboa (und damit Sly Stallone) FTW!
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