Bewerbung aus Deutschland "Systemsprenger" geht ins Oscar-Rennen

Das Psychodrama "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt wurde als deutscher Bewerber für den Oscar eingereicht - auf der Berlinale war der Film bereits mit dem Silbernen Bären prämiert worden.

Helena Zengel in "Systemsprenger"
Port au Prince Pictures

Helena Zengel in "Systemsprenger"


"Systemsprenger" erzählt von einem aggressiven Mädchen, das verschiedene Pflegeeinrichtungen und Pflegefamilien durchläuft und das Jugendhilfesystem an seine Grenzen bringt. Es ist das Langfilmdebüt der Regisseurin und Autorin Nora Fingscheidt. Uraufführung feierte die Produktion im Februar 2019 bei den Filmfestspielen in Berlin, wo sie mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Zur Aufführung im Wettbewerb der Berlinale schrieben wir in unserer Kritik: "Die Schauspieler sind grandios, vor allem die kleine Hauptdarstellerin Helena Zengel. In einer besonders intensive Szene probiert sie als Benni in der Heide das Echo und ruft wieder und wieder, kläglich und laut: 'Mamaa! Mamaa! Mamaa!' Bis die Tränen fließen. Auf der Leinwand, aber auch bei hart gesottenen Kritikern im Berlinale-Palast."

Wie German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, nun mitteilte, wurde "Systemsprenger" unter sieben Bewerbern als Kandidat für die Kategorie "Best International Feature Film" für die Oscar-Verleihung ausgewählt, in der nicht englischsprachige Filme antreten. Der Film setzte sich unter deutschen Mitbewerbern wie "Der Fall Collini" von Marco Kreuzpaintner, "Der Junge muss an die frische Luft" von Caroline Link und Christian Schwochows Neuverfilmung von "Deutschstunde" durch.

"Systemsprenger"-Regisseurin Fingscheidt sagte in einer ersten Reaktion auf die Auswahl ihres Filmes durch German Films: "Wir fühlen uns geehrt und sind dankbar, dass 'Systemsprenger' als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geht. Nach dem Silbernen Bär ist unser Film gerade auf einer weltweiten Festivalreise. Die überwältigenden Reaktionen des Publikums zeigen: Kino kann einen Dialog zwischen Kulturen herstellen, weil es ums Menschsein geht."

cbu/dpa



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Stereo_MCs 21.08.2019
1. sowas von verdient
Allein für eine Szene hat der Film die Nominierung schon verdient. Als ich sie das erste mal gesehen habe, standen mir die Tränen in den Augen, so intensiv. Hier ab 03:00 Minute, macht aber Sinn von Vorne zu schauen: https://www.facebook.com/DaskleineFernsehspiel/videos/512360999273235/ Hammer Szene.
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