Tarantinos Western-Pläne Jamie Foxx soll Django spielen

Lange klebte Will Smiths Name an Quentin Tarantinos Neu-Interpretation des Western-Klassikers "Django", doch der Hollywood-Superstar sagte ab. Nun soll Oscar-Preisträger Jamie Foxx den schweigsamen Pistolero spielen. Auch Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio sind mit von der Spaghetti-Partie.

AP

Los Angeles - In der Kino-Branche wurden Augenbrauen gelüpft und Nasen gerümpft über das Gerücht, ausgerechnet Hollywoods Strahle- und Saubermann Will Smith solle in "Django Unchained" die Rolle eines befreiten Sklaven spielen, der von einem deutschstämmigen Ex-Kopfgeldjäger zum Killer trainiert wird und gegen einen fiesen Plantagenbesitzer zu Felde zieht, der Djangos Frau als Sex-Sklavin gefangen hält. Für den ehemaligen "Prinz von Bel Air" Smith, der sich zuletzt in "Hancock" und "I Am Legend" um vielschichtigere Rollen bemüht hat, wäre die Rolle in Quentin Tarantinos zu erwartender Trash- und Pulp-Orgie ein weiterer Schritt zum Image-Wechsel gewesen. Doch der 42-jährige Superstar, der zurzeit an einer weiteren Fortsetzung des Science-Fiction-Klamauks "Men In Black" arbeitet, sagte ab.

Ersetzen soll ihn nun ein Schauspielerkollege, der in Filmen wie "Collateral" und "Miami Vice" bereits sein Talent für Action- und Thriller-Rollen bewiesen hat, zudem gewann Jamie Foxx für seine Darstellung des Sänger Ray Charles einen Oscar. US-Branchenmedien zufolge soll Foxx, 43, nun Tarantinos erste Wahl für die Hauptrolle seiner "Django"-Interpretation sein. Der "Kill Bill"-Regisseur verwirklicht mit dem Remake seine lange geplante Hommage an die italienischen Spaghetti-Western der sechziger und siebziger Jahre, darunter Sergio Leones "Zwei glorreiche Halunken" und der Original-"Django" von Sergio Corbucci von 1966, in dem Franco Nero den schweigsamen Revolverhelden spielte, der sehr malerisch einen waffenbeladenen Sarg hinter sich herzog und in eine Fehde zwischen Ku-Klux-Klan und mexikanischen Banditen gerät. Die latente Rassenthematik greift Tarantino nun offenbar auf und macht seinen Django zu einem Afroamerikaner, der gegen die Sklaverei rebelliert.

Tarantino stellte sein Drehbuch Ende April vor und ergatterte sofort einen US-Vertriebsdeal mit der Weinstein Company, geführt von Produzenten-Mogul Harvey Weinstein, der einst mit seiner damaligen Firma Miramax Tarantinos "Pulp Fiction" herausbrachte. Auch "Inglourious Bastards"-Star Christoph Waltz soll erneut mit von der Partie sein, er spielt angeblich den Kopfgeldjäger, der Django befreit. Samuel L. Jackson, Tarantino-Star aus "Pulp Fiction" und "Jackie Brown", spielt den Sklaventreiber; Tarantino-Neuling Leonardo DiCaprio ist Berichten zufolge für die Rolle des grausamen Nachtclub- und -Plantagenbesitzers vorgesehen. Gedreht wird ab November, der Kinostart ist für Dezember 2012 geplant.

bor



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Martin2 23.06.2011
1. Wow!
Tarantino macht einen Western! Wie toll ist das denn! Schade daß es noch so lange dauert!
Gani, 23.06.2011
2. Ich freu mich
Das wird ein Spass! Nur, wieso Jackson einen Sklaventreiber spielen soll, erschliesst sich mir nicht ganz...
Carlito101 24.06.2011
3. Sein zweiter Western
Tarantino war ja schon in dem Sukiyaki Western Django zu sehen. Also der zweite Django Film. Obwohl ich den Film von Takashi Miike mochte, hoffe ich doch sehr, dass der Tarantino Film besser wird. Ich hoffe auch das er besser wird als Inglorious Basterds. Sein bisher schlechtester Film...
Camarillo Brillo, 24.06.2011
4. ...
Zitat von sysopLange klebte Will Smiths Name an Quentin Tarantinos Neu-Interpretation des Western-Klassikers "Django", doch der Hollywood-Superstar sagte ab. Nun soll Oscar-Preisträger Jamie Foxx den schweigsamen Pistolero spielen. Auch Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio sind mit von der Spaghetti-Partie. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,770095,00.html
Eine wirkliche Neuigkeit ist das ja nun nicht mehr; ich kenne das Drehbuch seit April 2011, da jedenfalls ist es schon durchs Netz "gegeister" ... !!
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