Nordkorea-Komödie Mehr als 200 US-Kinos zeigen "The Interview"

Erst zog Sony "The Interview" zurück, nun soll die Nordkorea-Komödie doch auf die Leinwand kommen: Vor allem unabhängige Kinos trotzen der Terrordrohung. Schauspieler Seth Rogen freut sich: "Das Volk hat gesprochen."
Nordkorea-Komödie: Mehr als 200 US-Kinos zeigen "The Interview"

Nordkorea-Komödie: Mehr als 200 US-Kinos zeigen "The Interview"

Foto: Bruce Lipsky/ AP/dpa

Washington/Seoul - Trotz Terrordrohungen haben sich mehr als 200 US-Kinos für die Vorführung der Nordkorea-Satire "The Interview" entschieden. Der Film werde wie geplant am ersten Weihnachtstag anlaufen, sagte der Chef von Sony Entertainment, Michael Lynton, am Dienstag.

Die Komödie mit Seth Rogen und James Franco handelt von einem fiktiven Attentatsversuch auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Ursprünglich sollte der Film in rund 2500 Kinos gezeigt werden.

Nach einer Hacker-Attacke auf Sony Pictures und Terrordrohungen hatte das Filmstudio es zunächst den Kinobetreibern überlassen, ob sie den Film zeigen wollen. Weil die meisten Kinoketten absprangen, sagte Sony die Premiere ab. Man habe damit lediglich auf den Wunsch der Kinobetreiber reagiert, hatte Konzernchef Lynton gesagt: "Wir können nicht bestimmen, ob ein Kino den Film zeigt oder nicht."

Nun sind es vor allem unabhängige Kinos und Programmkinos, die den Streifen zeigen werden. "Das Volk hat gesprochen! Die Freiheit siegt! Sony hat nicht aufgegeben!", schrieb Rogen auf Twitter .

Auch Präsident Barack Obama lobte den Schritt. "Wie der Präsident bereits deutlich gemacht hat, sind wir ein Land, das an die Freiheit der Rede und das Recht auf künstlerische Äußerung glaubt", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Die US-Bundespolizei macht Nordkorea für den Angriff auf Sony verantwortlich. Die Führung in Pjöngjang bestreitet dies. In dem weitgehend isolierten Land waren am frühen Mittwochmorgen den zweiten Tag in Folge einige Internetseiten nicht zu erreichen - das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Betroffen sei etwa das Propaganda-Organ Uriminzokkiri. Die Verbindungen zu Seiten im nordkoreanischen Netz waren Dienstag bereits stundenlang unterbrochen, wie die US-Firma Dyn Research mitteilte, die weltweit die Funktionalität des Internets beobachtet. Der Ausfall führte zu Spekulationen, es könne sich um eine Reaktion der USA handeln.

hut/dpa/Reuters/AFP
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