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Wall-Street-Gatsbys: Im Rausch der Milliarden

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Filmzensur Zu viel Sex in "The Wolf of Wall Street"

Ein Broker kokst sich durch ein Leben zwischen Sex und Gier. Für manche Länder ist Martin Scorseses Film "The Wolf of Wall Street" zu explizit. In Indien müssen die Zuschauer auf eine Männer-Orgie verzichten, in Singapur kommt der Film gar nicht in die Kinos.

Hamburg- Schon in einer der ersten Filmszenen schnupft Leonardo DiCaprio in seiner Rolle als gieriger Broker Kokain aus dem Hintern einer Prostituierten - es folgen drei Stunden im Leben eines Börsianers zwischen Sex und Drogen. Explizit werden in Martin Scorseses neuem Film "The Wolf of Wall Street" die entfesselte Gier an Aktienmärkten und triebhafter Exzess miteinander verwoben - zu explizit für manche Länder, wie der "Hollywood Reporter" berichtete. 

So ließ die staatliche Filmbehörde in Indien den Film nur entschärft in die Kinos. Drei Szenen fielen dem Schnitt zum Opfer: eine Männer-Orgie, eine öffentliche Masturbationsszene und der Satz: "Alle Nonnen sind Lesben." Dieser widerspräche dem Grundsatz, alle Religionen zu respektieren. Im Libanon kam offenbar zunächst eine um eine halbe Stunde gekürzte Version in die Filmtheater. Nach Protesten von Kinofans fehlt jetzt nur noch die Männer-Orgie.

Auch die Einwohner von Singapur können den Film nur in einigen wenigen Kinos sehen: Weil er von der Filmbehörde auch inklusive Schnittauflagen ab 21 Jahren freigegeben wurde, darf er laut Vorschrift selbst in geschnittenen Version nicht in den großen Multiplex-Kinos, sondern nur in einigen wenigen Filmtheatern gezeigt werden. In Malaysia und Nepal wurde der Film ganz verboten.

"Es beunruhigt uns natürlich, dass unser Film von anderen geschnitten wird", sagte Christian Mercuri von der Produktionsfirma hinter "The Wolf of Wall Street" zum "Hollywood Reporter". Jede Weltregion habe ihre eigenen Moral- und Geschmacksvorstellungen. "Mit einem extrem gewalttätigen Film bekommt man zum Beispiel in den USA, Asien und dem Mittleren Osten kein Problem, dafür aber in Europa."

Auch in den USA passte Scorsese seinen Film durch Veränderungen im Schnitt an die Vorschriften der amerikanischen Filmbehörde an, um sich ein "R-Rating" zu sichern, mit dem auch Jugendliche unter 17 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen einen Film sehen dürfen. Wie die Kulturseite "Vulture" auszählte , bekommen sie aber auch in dieser Version immer noch ingesamt 569 Schimpfwörter zu hören.

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