Verleihung 2017 "Toni Erdmann" ist deutscher Oscarkandidat

Der deutsche Oscarkandidat für die Verleihung 2017 steht fest: Die Tragikomödie "Toni Erdmann" ist von einer Expertenjury ausgewählt worden.

"Toni Erdmann"
Komplizen Film/ NFP/ DPA

"Toni Erdmann"


"Toni Erdmann" ist der deutsche Kandidat bei der Oscarverleihung am 26. Februar 2017. Das gab der Marketingverband German Films am Donnerstag bekannt. Der Film wurde aus acht Bewerbern von einer achtköpfigen Expertenjury ausgewählt.

Mitbewerber waren "Der Staat gegen Fritz Bauer", "Vor der Morgenröte", "Auf Augenhöhe", "Er ist wieder da", "Power to Change - Die Energierebellion", "Das Tagebuch der Anne Frank" und "Nebel im August".

"Toni Erdmann" ist der dritte Film der Regisseurin Maren Ade. Er feierte seine Premiere im Mai im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes und war der erste deutsche Film seit sieben Jahren, der ausgewählt wurde.

Die knapp dreistündige Tragikomödie um einen Vater, der seine Tochter in Bukarest mit allerlei Scherzen aus der Reserve zu locken versucht, wurde von Presse und Publikum gefeiert. Bei der Preisverleihung in Cannes allerdings ging "Toni Erdmann" zur allgemeinen Verwunderung leer aus.

Dafür zeichnete die internationale Filmkritiker-Vereinigung Fipresci "Toni Erdmann" mit dem Grand Prix als Film des Jahres aus. Maren Ade wird die Ehrung am 16. September auf dem Filmfestival von San Sebastián entgegennehmen. "Toni Erdmann" startete am 14. Juli in den deutschen Kinos und lockte bisher über 400.000 Besucher an. In Frankreich hatte der Film am Startwochende 100.000 Zuschauer.

Der Weg bis zu einem etwaigen Oscar-Sieg ist allerdings noch weit: Jedes Land darf einen Film einreichen, aber nur fünf Produktionen schaffen es auf die endgültige Shortlist, aus der die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Sieger küren. Ausgewählt werden die fünf Bewerber vom Foreign Language Film Award Executive Committee der Academy.

Der Oscar für den besten fremdsprachigen Film wird erst seit 1957 offiziell verliehen. Davor wurde er als Spezialpreis oder Ehrenoscar vergeben. Erster Gewinner war 1957 der italienische Film "La Strada - Das Lied der Straße".

Zuletzt gewann mit "Das Leben der Anderen" im Jahr 2007 ein deutscher Film den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Die anderen deutsche Gewinner waren "Nirgendwo in Afrika" (2003) und "Die Blechtrommel" (1980).

kae



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Freifrau von Hase 25.08.2016
1. Keine Chance
Es geht nicht um Hitler bzw. Nazis oder die DDR. Also gewinnen wir nicht.
whitewisent 25.08.2016
2.
Gratulation an die Jury! Endlich wurde ein Film mal nicht allein aufgrund des Themas sondern wegen der künstlerischen Klasse ausgewählt. Selbst wenn kein Oscar gewonnen wird, es wird der Welt zeigen, was Deutscher Film auch sein kann. Mal davon abgesehen, daß mit Peter Simonischek mal wieder ein Österreicher maßgeblich beteiligt ist, aber das ist für viele Amerikaner sowieso eine Kultur, auch wenn wir uns als so verschieden betrachten.
gekreuzigt 25.08.2016
3. Künstlerische Klasse
Zitat von whitewisentGratulation an die Jury! Endlich wurde ein Film mal nicht allein aufgrund des Themas sondern wegen der künstlerischen Klasse ausgewählt. Selbst wenn kein Oscar gewonnen wird, es wird der Welt zeigen, was Deutscher Film auch sein kann. Mal davon abgesehen, daß mit Peter Simonischek mal wieder ein Österreicher maßgeblich beteiligt ist, aber das ist für viele Amerikaner sowieso eine Kultur, auch wenn wir uns als so verschieden betrachten.
liegt ja nun im Auge des Betrachters. Die Kritiker mögen den Film ja toll finden, die leben aber auch in ihrer eigenen Welt.
BruceWayne 25.08.2016
4.
Die Auswahlkommission liegt mal wieder total falsch, und ist noch im Rausch von Cannes, wo der Film natürlich auch durchgefallen ist, außer einer relativ unbedeutenden Anerkennung durch Fipresci. Der Film ist einfach auch nicht besonders gut, und in Deutschland hat er keine 300 Tausend Besucher ins Kino geholt. Er ist wieder da war sowohl im Kino als auch bei der Kritik ein Riesenerfolg, aber ist ja eh egal. Keiner der acht Filme hätte gegen die internationale Konkurrenz in der Kategorie "Bester ausländiischer Film" ein Chance. Der Oscar funktioniert nicht wie Cannes, wo es gelingt durch intensive Hintergrundgespräche einen relativ unauffälligen Film als Palmen-KANDIDAT hinzubekommen. Los kommt, wenigstens ne Nominierung für Maren, ist auch ne deutsche Regisseurin, gewinnen muss sie ja nicht.
haudinei 25.08.2016
5. Toller Film
selten einen so kurzweiligen 3-Stunden-Film gesehen. Meiner Meinung nach hätte es die Regisseurin absolut verdient.
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