BBC-Kritikerumfrage Das sind die besten Filme von Frauen

Jedes Jahr befragt die BBC Filmkritiker weltweit zu einem Thema. In diesem Jahr: die besten Filme von Frauen. In die Top 100 schaffen es "Clueless", "Lost in Translation" und "American Psycho", aber auch deutsche Filme.

ddp images/ Capital Pictures

Was sind die besten Filme von Frauen? Das hat die BBC in diesem Jahr 368 Filmkritiker aus 84 Ländern gefragt. Herausgekommen ist eine Liste mit den 100 besten Filmen von Regisseurinnen. Darunter: Populäre Filme der vergangenen 30 Jahre wie Amy Heckerlings "Clueless", Nora Ephrons "Schlaflos in Seattle", Lana and Lilly Wachowskis "Matrix" und Greta Gerwigs "Lady Bird". Der älteste Beitrag der Top 100 ist Lois Webers Stummfilm "Shoes" von 1916, der aktuellste Joanna Hoggs "The Souvenir" aus diesem Jahr.

Die Mehrheit der Filme stammt aus den Neunzigerjahren, viele wurden in den USA, Frankreich und Großbritannien gedreht. Aus Deutschland wurden Margarethe von Trottas "Die bleierne Zeit" (1981, Platz 67), Leni Riefenstahls "Olympia"-Film (1938, Platz 37) und ihr NS-Propagandafilm "Triumph des Willens" (1935, Platz 45), der Animationsfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" von der Scherenschnittkünstlerin Lotte Reiniger (1926, Platz 42) und " Toni Erdmann" von Maren Ade (2016, Platz 8) in die Hitliste gewählt.

Die erfolgreichste Filmemacherin ist die in diesem Jahr verstorbene Französin Agnès Varda, die mit sechs Filmen vertreten ist. Ihr folgen Kathryn Bigelow, Claire Denis, Lynne Ramsay und Sofia Coppola. Zehn Prozent aller befragten Kritiker haben Jane Campions "Das Piano" (1993) auf den ersten Platz ihrer Liste gevotet - damit hat es das Oscar-prämierte Drama auch auf Platz eins der Hitliste geschafft.

Hier die Liste der 25 besten Filme von Frauen:

25. The House is Black (Forugh Farrokhzad, 1963)
24. Lady Bird (Greta Gerwig, 2017)
23. The Hitch-Hiker (Ida Lupino, 1953)
22. We Need to Talk About Kevin (Lynne Ramsay, 2011)
21. Winter's Bone (Debra Granik, 2010)
20. Clueless (Amy Heckerling, 1995)
19. Orlando (Sally Potter, 1992)
18. American Psycho (Mary Harron, 2000)
17. Seven Beauties (Lina Wertmüller, 1975)
16. Wanda (Barbara Loden, 1970)
15. The Swamp (Lucrecia Martel, 2001)
14. Point Break (Kathryn Bigelow, 1991)
13. Vagabond (Agnès Varda, 1985)
12. Zero Dark Thirty (Kathryn Bigelow, 2012)
11. The Ascent (Larisa Shepitko, 1977)
10. Daughters of the Dust (Julie Dash, 1991)
9. Fish Tank (Andrea Arnold, 2009)
8. Toni Erdmann (Maren Ade, 2016)
7. The Hurt Locker (Kathryn Bigelow, 2008)
6. Daisies (Vera Chytilová, 1966)
5. Lost in Translation (Sofia Coppola, 2003)
4. Beau Travail (Claire Denis, 1999)
3. Jeanne Dielman, 23 Quai du Commerce, 1080 Bruxelles (Chantal Akerman, 1975)
2. Cléo from 5 to 7 (Agnès Varda, 1962)
1. The Piano (Jane Campion, 1993)

Offenlegung: An der Umfrage waren Andreas Borcholte und Hannah Pilarczyk von SPIEGEL ONLINE beteiligt. Wie sie und die anderen Kolleginnen und Kollegen abgestimmt haben, hat BBC Culture hier zusammengestellt.
2017 gab es eine Umfrage zu den besten Komödien.

evh



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
3daniel 26.11.2019
1. Kathryn Bigelow
Hat drei Filme in den Top 15 RESPEKT! Die Filme von ihr sind etwas Besonderes. Zeit sich mal wieder Zero Dark Thirty mit der fantastischen Jessica Chestain anszusehen.
dschulzehh 26.11.2019
2. Zero Dark Thirty ?
.. also der Film war hinten und vorne nicht stimmig. Das Drehbuch hatte dermaßen große Lücken, kann aber auch sein dass die das erst im Schnitt verhunzt haben. Fand ich jedenfalls sehr enttäuschend. "We need to talk about Kevin" hingegen hätte ich in den top 10 verortet. Verstörender Film.
vera gehlkiel 26.11.2019
3.
Phyllida Lloyd ist nicht mit dabei...?! Wer sogar zweimal die große Meryl Streep so perfekt inszeniert hat wie sie mit "Die eiserne Lady" sowie "Mamma Mia", muss definitiv auf so einer Liste anzutreffen sein. Mir ganz persönlich fehlt auch ziemlich Karin Beier und das grandiose Houellebecq -Experiment für's deutsche Fernsehen namens "Unterwerfung" - eine Arbeit, die vielleicht Houellebecq's sehr umstrittenes Buch tiefer ausleuchtet, als es der Schriftsteller selbst mit seinem Roman eigentlich hinbekommen hatte... Eine diesenfalls notwendige Beifügung... Für die zwei Ladies hätte man ja Bigelow, die stets den gleichen Film nochmal macht, etwas abknappen können...
.patou 26.11.2019
4.
Die Filme von Lotte Reiniger hätten es auf alle Fälle in meine Top 10 geschafft.
Mikrohirn 27.11.2019
5. Was soll das?
Ich sehe ja ein, dass man beispielsweise im Gewichtheben oder im Boxen nach den Geschlechtern trennt. Aber im Filmemachen dürften die Talente und Umsetzungsfähigkeiten doch - der politisch korrekten Lehre nach - gleich verteilt sein. Dann gäbe es keinen nachvollziehbaren Grund für diesen getrenntgeschlechtlichen "Wettbewerb".
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