US-Kritikerpreise Facebook-Film geht auf Oscar-Kurs

Das Oscar-Rennen ist eröffnet - und David Fincher scheint mit seinem Facebook-Film "The Social Network" in diesem Jahr die Favoritenrolle einzunehmen. Kurz vor der Verleihung der Golden Globes wurde das Drama gleich mehrfach von den vereinigten US-Filmkritikern ausgezeichnet.
Facebook-Film "The Social Network", Hauptdarsteller Eisenberg: Beste Oscar-Chancen?

Facebook-Film "The Social Network", Hauptdarsteller Eisenberg: Beste Oscar-Chancen?

Foto:

Sony Pictures

Los Angeles - Nach Ansicht der US-Filmkritiker ist Entstehungsgeschichte der Internetplattform Facebook der beste Film des Jahres 2010. Bei der Vergabe der Critics' Choice Awards in Hollywood in der Nacht zum Samstag gewann "The Social Network" neben dem Hauptpreis auch die Auszeichnungen für die beste Regie (David Fincher), das beste adaptierte Drehbuch (Aaron Sorkin) und die beste Filmmusik (Trent Reznor).

Vergeben werden die Critics' Choice Awards alljährlich von der Broadcast Film Critics Association, einem Zusammenschluss von 250 Fernseh-, Radio und Internet-Kritikern, der größten Gruppe dieser Art in den USA und Kanada. Mehr noch als die von der Auslandspresse an diesem Sonntag verliehenen Golden Globes, wurden die Kritikerpreise in den vergangenen Jahren zu recht verlässlichen Indikatoren für die Vergabe der Oscars, die in diesem Jahr am 27. Februar vollzogen wird. Fast alle der von den Kritikern zum besten Film gekürten Produktionen kamen wenige Wochen später auch zu Oscar-Ehren. So gewannen die letzten vier Critics'-Choice- Sieger "The Departed", "No Country for Old Men", "Slumdog Millionaire" und "The Hurt Locker" auch jeweils den Academy Award als bester Film.

David Finchers Film-Porträt des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg geht nun also als Favorit in die heiße Phase der Awards Season, der Preis-Saison, die in der Oscar-Verleihung ihren Abschluss findet. Auch für die Golden Globes ist "The Social Network" gleich mehrfach nominiert, darunter in den Kategorien "bestes Drama", "beste Regie", "bestes Drehbuch" und "bester Soundtrack". Auch Hauptdarsteller Jesse Eisenberg sowie Nebendarsteller Andrew Garfield können sich Hoffnung auf einen Golden Globe machen.

Natalie Portman, Hailee Steinfeld und ein Traumthriller

Bei den Kritikerpreisen kristallisierten sich auch noch andere potentielle Favoriten heraus. Vor allem die mit dem Preis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnete Natalie Portman kann sich mit ihrer Rolle als durchdrehende Primaballerina in Darren Aronofskys "Black Swan" Chancen auf ihren ersten Oscar ausrechnen. Und auch Colin Firth, der in "The King's Speech" den sprachbehinderten englischen König George IV spielt, könnte nach einer erfolglosen Nominierung im vergangenen Jahr (für "A Single Man") diesmal zum Zuge kommen. Als bester Nachwuchsstar wurde die erst 14-jährige Hailee Steinfeld ausgezeichnet, die den gestandenen Hollywood-Größen Matt Damon und Jeff Bridges im Coen-Brüder-Western "True Grit" die Show stiehlt. Zu besten Nebendarstellern wurden Christian Bale und Melissa Leo gekürt, beide spielen im Boxer-Drama "The Fighter" mit.

Und wer ist die größte Konkurrenz für David Fincher? Mit Sicherheit Christopher Nolan. Dessen kunstvoll verschachtelter Science-Fiction-Thriller "Inception" wurde von den US-Kritikern mit insgesamt sechs Preisen bedacht - allerdings hauptsächlich in den technischen Kategorien, darunter Kamera und Schnitt. Soziale Netzwerke gegen Traumdiebe - die virtuelle Welt hat Hollywood fest im Griff, wie es scheint.

bor/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.