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Verena Altenberger Kurz und sexy

aus DER SPIEGEL 32/2021
Foto:

Roman Babirad / abp

Die Buhlschaft im »Jedermann« ist nur eine kleine Sprechrolle im Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, ihre Verkörperung aber eine große Ehre für jede Schauspielerin. Nach Kolleginnen wie Senta Berger gibt diesmal die Österreicherin Verena Altenberger, 33, an der Seite von Lars Eidinger im »Spiel vom Sterben des reichen Mannes« in Salzburg dessen laszive Liebhaberin – und steht seit der Premiere im Mittelpunkt einer leidenschaftlichen Debatte. Kritiker werfen ihr die extrem kurzen Haare vor, mit denen sie unmöglich so erotisierend wirken könne, wie das Stück von 1911 es für die Buhlschaft vorsehe. Über die Reaktionen ist die Schauspielerin überrascht: »Ich fühle mich wirklich sehr, sehr voll und allumfassend in diesem Frausein in dieser Rolle«, sagte sie dem Deutschlandfunk Kultur. »Und ich versuche ja überhaupt nicht, burschikos zu sein oder sonst irgendwas!« Altenberger hatte sich zuvor für die Rolle einer Krebskranken eine Glatze rasieren lassen – und als Buhlschaft keine Perücke getragen. Ein Statement sollte das nicht sein. Die Lehre aus der Geschichte: Auch noch im Jahr 2021 meinen manche Männer, Anspruch auf bestimmte Weiblichkeitsattribute zu haben.

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