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06. April 2008, 07:29 Uhr

Waffen-Narr und Oscar-Gewinner

Charlton Heston ist tot

Er war eine Hollywood-Legende - und Amerikas prominentester Waffen-Lobbyist: Charlton Heston. Jetzt ist der Mann, der als "Ben Hur" zum Weltstar wurde, im Alter von 83 Jahren gestorben.

Los Angeles - Charlton Heston ist tot. Der Hollywood-Star, der sich neben seiner Schauspieler-Karriere für das Recht jedes Amerikaners auf Waffenbesitz stark machte, starb am Samstag in seinem Haus in Beverly Hills. Das berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Familienangehörige. Ehefrau Lydia war an seiner Seite, hieß es. Der an Alzheimer leidende Heston war 83 Jahre alt. 1957 glänzte er in dem Filmepos "Die Zehn Gebote" als Moses. Für seinen Judah in "Ben Hur" hatte er 1959 den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. Zu den überragenden Gestalten, die Heston verkörperte, gehörten Michelangelo, El Cid und mehrere Staatschefs.

Als Darsteller des "Peer Gynt" im gleichnamigen Film begann 1941 seine Leinwand-Karriere, die er 1949 als Shakespeare-Darsteller in Fernsehproduktionen fortsetzte. Den Durchbruch zum Kinostar schaffte er ein Jahr später mit der Hauptrolle in dem Thriller "Stadt im Dunkeln". Bevor Hollywood den Hünen mit dem trotzig-kantigen Kinn als Heroendarsteller für Monumentalfilme engagierte, mimte er in "Die größte Schau der Welt" einen Zirkusdirektor. Auch in einer Reihe von Action- und Katastrophenfilmen bewährte sich Heston, zu dessen unvergesslichen Rollen die eines Astronauten in dem Science-Fiction-Klassiker "Planet der Affen" gehört.

Heston drehte in seiner langen Hollywoodlaufbahn mehr als hundert Kino- und Fernsehfilme.

Seit den neunziger Jahren machte er dann vor allem als Fürsprecher von Amerikas Waffenlobby Schlagzeilen. Von 1998 bis 2003 war er Vorsitzender der National Rifle Association, der vier Millionen Mitglieder starken Organisation der US-Waffenbesitzer. Sein Einsatz für die Waffenlobby trug ihm bei Amerikas Linken die harsche Kritik ein, er sei mitverantwortlich für Massaker an Schulen. Auch Michael Moore rückte Heston mit seinem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" in diese Ecke.

Ein Jahr bevor er das Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, gab Heston öffentlich bekannt, dass er an Alzheimer leide.

flo/dpa

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