Filmfortsetzungen Will Smith bestätigt "Bad Boys 3" - Ridley Scott plant "Gladiator 2"

Hollywood greift auf Altbewährtes zurück: Neben einer Fortsetzung des Buddy-Copthrillers "Bad Boys" mit Will Smith soll auch ein Sandalenepos auf die Leinwand zurückkehren.

Will Smith
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"Es ist offiziell!"

Im Mai 1995 wurde aus dem vorlauten Pop-Rapper und Seriendarsteller Will Smith einer der größten Filmstars der Neunziger. Zu verdanken hat Smith seine steile Hollywoodkarriere dem Erfolg des Buddy-Copthrillers "Bad Boys". Das erklärt vielleicht die hyperventilierende Aufregung, mit der Smith in einem Instagram-Video dessen zweite Fortsetzung mit dem Titel "Bad Boys For Life" für 2020 ankündigt.

Sein Kollege Martin Lawrence kommt in dem Video kaum zu Wort, so oft brüllt Smith "Es ist offiziell, es ist offiziell" ins Handy-Mikro. Dabei war Smith 1995 nur als Sidekick für Martin Lawrence engagiert worden. Inzwischen hat Smith ihn in Sachen Popularität überrundet, aber Smiths letzter richtiger Kinohit mit "I Am Legend" liegt inzwischen auch schon elf Jahre zurück.

Jetzt also endlich wirklich zurück zu den Wurzeln. Schon seit Jahresbeginn verdichteten sich die Anzeichen, dass die oft ins Gespräch gebrachte Fortsetzung Wirklichkeit werden würde. 1995 gab der Zerstörungsorgien-Hohepriester Michael Bay mit der Action-Komödie sein Debüt, auch bei der ersten Fortsetzung 2003 führte er Regie. Diesmal wird er sich auf den Posten des Produzenten zurückziehen.

Martin Lawrence und Will Smith frotzelten sich lässig durch "Bad Boys"
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Martin Lawrence und Will Smith frotzelten sich lässig durch "Bad Boys"

Den Kreativposten übernehmen die Belgier Adil El Arbi und Bilall Fallah. Wer bitte? Bisher inszenierten die beiden in Belgien nur das romantische Krimi-Drama "Black" und in den USA ein paar Serien-Episoden, trotzdem werden sie in Hollywood hoch gehandelt. Unter anderem könnten sie einer weiteren Fortsetzung Leben einhauchen, über die seit Jahren spekuliert wird: "Beverly Hills Cop 4".


Rückkehr des Sandalenfilms

Russell Crowe als Maximus in Ridley Scotts Historienspektakel "Gladiator".
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Russell Crowe als Maximus in Ridley Scotts Historienspektakel "Gladiator".

Und noch ein alter Recke wird höchstwahrscheinlich auf die Leinwand zurückkehren, wenn auch nur dem Titel nach: "Gladiator" bekommt nach Informationen der gut vernetzten Branchen-Webseite Deadline.com ebenfalls eine Fortsetzung. Wobei die von Russell Crowe gespielte Titelfigur nicht mehr dabei sein kann, schließlich hauchte sie am Ende des Originals im Staub des Kolosseums ihr Leben aus.

Die Fortsetzung soll sich Deadline.com zufolge um Lucius drehen, Sohn von Lucilla, die Crowe's Maximus im ersten Film rettete. Ridley Scott wird demnach wieder die Regie übernehmen, nachdem er seine erste Serie ("Raised By Wolves") abgedreht hat.

Ein Drehbuchautor soll mit Peter Craig auch schon feststehen, ein Mann, der sich bestens mit der Revitalisierung alter Stoffe auskennt. Er schrieb schon das Script zur derzeit in Arbeit befindlichen "Top Gun"-Fortsetzung "Top Gun: Maverick" und zur geplanten Neuverfilmung von "Flucht in 23. Jahrhundert".

Als "Gladiator" im Jahr 2000 in die Kinos kam, zum weltweiten Erfolg wurde, fünf Oscars abräumte und eine ganze Welle von Sandalenfilmen lostrat, lösten die modernen Computereffekte, die die Antike auferstehen ließen, bei Zuschauern noch Staunen aus. Dieser Aspekt wird der Fortsetzung fehlen. Russel Crowe auch.


Zurück in die Zukunft

Rod Taylor setzte in der ersten Verfilmung des Romans die "Zeitmaschine" in Gang.
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Rod Taylor setzte in der ersten Verfilmung des Romans die "Zeitmaschine" in Gang.

Auch die letzte Produktionsneuigkeit aus den Tiefen der Traumfabrik ist die Neuverfilmung eines Klassikers: "Die Zeitmaschine" nach dem Roman von H.G. Wells, der bereits 1960 mit Rod Taylor und 2002 mit Guy Pearce verfilmt wurde.

Diesmal wird der Argentinier Andy Muschietti Regie führen, er schrieb gemeinsam mit seiner Schwester Barbara auch das Drehbuch. Muschietti ist ein weiteres junges Hollywooddarling, nachdem er die Stephen-King-Verfilmung "Es" für Warner Bros. zu einer Goldgrube machte. Gerade arbeitet er am zweiten Teil, der 2019 in die Kinos kommen soll.

Als Produzent ist Leonardo DiCaprio an Bord; ob er auch eine Rolle übernehmen wird, ist noch nicht bekannt. Die Geschichte eines Mannes, der mit einer Maschine in die Zukunft reist, wirkt jedenfalls ironisch angesichts der in Hollywood immer weiter grassierenden Sequelitis.

Die großen Studios setzen auf immer mehr vom Altbewährten und sehnen sich ganz offensichtlich nach den guten, alten Zeiten ohne lästige Streaming-Konkurrenz. Wäre vielleicht mal an der Zeit, dass auch die Verantwortlichen den Blick Richtung Zukunft lenken.

kae

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