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Wim Hof Shakespeare on Ice

aus DER SPIEGEL 39/2021
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Tessa Posthuma de Boer / Lumen Photo / VISUM

Der niederländische Extremsportler Wim Hof, 62, wurde bekannt, weil er diverse Rekorde im Ertragen extremer Kälte hält – und weil er ein spezielles Gesundheitsprogramm erdachte: Die Wim-Hof-Methode besteht aus Atemtechnik, Kältetherapie, Yoga und Meditation. Mit Bädern eiskaltem Wasser beispielsweise soll Stress abgebaut und das Immunsystem gestärkt werden. Auch Hollywood hat Hof von dem Programm überzeugt: Joseph Fiennes (»Shakespeare in Love«). Der britische Schauspieler spielt in dem Film »The Ice Man« über das Leben des Niederländers die Hauptrolle, wie bereits vergangenes Jahr angekündigt wurde. Er helfe Fiennes bei der Vorbereitung, sagte Hof kürzlich der »Sunday Times«: »Jetzt ist er besessen von meiner Methode. Ja, ich habe Mr Shakespeare zum Eisbaden gebracht!« Auch Gwyneth Paltrow und Matt Damon würden auf seine Eisbäder schwören, so Hof. Er selbst habe die heilsame Wirkung der Kälte in einer tiefen seelischen Krise entdeckt. Die Trauer um seine erste Frau, die 1995 starb, sei beinahe überwältigend gewesen. Die Eisbäder hätten ihn damals davor bewahrt, in eine tiefe Depression zu fallen: »Wenn man in dem eisigen Wasser liegt, ist das Einzige, an das man denkt, das Überleben. Das Gehirn ist gezwungen, sich auf diese eine Sache zu konzentrieren; das steigert das Bewusstsein und bringt große Erleichterung in der Verzweiflung.« Seiner Methode schreibt er es zu, dass er damals von seinem seelischen Schmerz nicht gelähmt worden sei, seine vier Kinder weiter versorgen konnte – und wieder zurück ins Leben fand. Heute lebt Hof mit seiner neuen Partnerin und fünf der inzwischen sechs Kinder in den Niederlanden auf dem Land: »Natürlich hüpfen wir im Winter ins eiskalte Wasser.« Der beste Ratschlag, den er je bekommen habe, stamme von seiner Mutter, erzählte er noch. Die habe ihm mit auf den Weg gegeben: »Sei einfach ganz normal. Das ist verrückt genug.«

ks
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