Deutscher Starregisseur Wolfgang Petersen ist tot

Er führte bei Filmen wie »Das Boot«, »Troja« oder »Outbreak« Regie. Nun ist der in Emden geborene Wolfgang Petersen gestorben – an Krebs. Er wurde 81 Jahre alt.
Regisseur Wolfgang Petersen

Regisseur Wolfgang Petersen

Foto: ddp images/ interTOPICS/ Fotos International

Der deutsche Starregisseur Wolfgang Petersen ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 81 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie seine Assistentin der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Zuvor hatten US-Medien unter Berufung auf Petersens Produktionsfirma von dem Todesfall berichtet.

Petersen führte Regie bei Filmen wie »Das Boot«, »Outbreak«, »Air Force One« und »Der Sturm«.

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Wolfgang Petersen ist tot – aber diese Filme bleiben

Foto: Ulrich Perrey / dpa

Petersen wurde im ostfriesischen Emden als Sohn eines Schiffsmaklers geboren und wuchs in Hamburg auf. Er lernte sein Handwerk an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. 1971 hatte er gleich mit dem »Tatort«-Krimi »Blechschaden« Erfolg. Die Folge »Reifezeugnis« mit Nastassja Kinski machte ihn und die sehr junge Darstellerin über Nacht berühmt. Zum Tabubrecher wurde Petersen 1977 mit dem Kinofilm »Die Konsequenz«, der von einer homosexuellen Liebe handelt.

In Los Angeles zum erfolgreichsten deutschen Regisseur

Anfang der Achtzigerjahre verfilmte er den Erfolgsroman »Das Boot« von Lothar-Günther Buchheim, ein Epos über die Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg. Nach den ersten internationalen Erfolgen zog Petersen 1986 nach Los Angeles – und wurde zum erfolgreichsten deutschen Regisseur.

In Hollywood holte er Stars wie Clint Eastwood (»In the Line of Fire«), Dustin Hoffman (»Outbreak«), Harrison Ford (»Air Force One«), George Clooney (»Der Sturm«) und Brad Pitt (»Troja«) vor die Kamera.

Privat war Petersen zunächst mit der Schauspielerin Ursula Sieg verheiratet. 1978 heiratete er Maria Borgel, die bei vielen Filmen seine Regieassistentin war. Zuletzt lebte das Paar in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles. Petersen hatte auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Olaf Scholz würdigt einen »besonderen Erzähler«, Glenn Close »einen Mann voller Lebenslust«

»Die unendliche Geschichte von Wolfgang Petersen ist zuende gegangen«, schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstagabend bei Twitter . »›Das Boot‹ und viele andere seiner Filme leben weiter – und zwar weit über Deutschland hinaus. Das besondere Verdienst eines besonderen Erzählers.«

Schauspielerin Glenn Close erklärte, ihre Dreharbeiten mit Petersen für »Air Force One« seien für sie eine »besondere Erinnerung«. »Obwohl das Drehbuch aufregend und unglaublich intensiv war, erinnere ich mich an viel Lachen«, sagte sie. Sie erinnere sich »an einen Mann voller Lebenslust, der tat, was er am meisten liebte«. In dem Actionthriller von 1997 spielte Harrison Ford einen fiktiven US-Präsidenten und Close seine Vizepräsidentin.

Harrison Ford, Glenn Close und Wolfgang Petersen 1997 in München

Harrison Ford, Glenn Close und Wolfgang Petersen 1997 in München

Foto: Ralph Orlowski / REUTERS

»Mein Herz ist heute traurig«, schrieb Diane Lane in einer Mitteilung laut Deadline.com . »Wolfgang war eine große, liebevolle Seele.« Mit seiner positiven Unterstützung habe er allen bei den Dreharbeiten geholfen. Durch ihn sei sie zu einer besseren Schauspielerin geworden, sagte Lane über den Regisseur. Petersen hatte sie im Jahr 2000 an der Seite von Clooney und Mark Wahlberg für das Schiffsuntergangdrama »Der Sturm« vor die Kamera geholt.

hba/aar/dpa/AFP
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