Women's March Mit Starpower gegen den Präsidenten

Hunderttausende haben am Wochenende in den USA gegen Trump demonstriert - darunter viele Stars wie Scarlett Johansson. Sie ließ nicht nur am Präsidenten, sondern auch an einem Kollegen kein gutes Haar.

Zum ersten Jahrestag des Amtsantritts von Donald Trump sind in den USA Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Präsidenten zu protestieren. Zum "Women's March" strömten am Samstag Demonstranten in Washington, New York, Los Angeles, Chicago und rund 250 weiteren Städten. Sie demonstrierten für Frauenrechte und gegen die nach ihrer Auffassung frauenfeindlichen Tendenzen in Trumps Politik.

Viele der Frauen und ihrer männlichen Begleiter trugen pinkfarbene Wollmützen, sogenannte "Pussy Hats", in Anspielung an herabwürdigende Äußerungen Trumps über Frauen. Rednerinnen wie die Hollywood-Stars Natalie Portman und Eva Longoria, die beide zu den Gründerinnen der Anti-Missbrauchsinitiative "Time's Up" gehören, riefen dazu auf, bei den Kongresswahlen im November gegen Trump zu stimmen.

In New York marschierten bei strahlendem Sonnenschein mehr als 100.000 Menschen an der Westseite des Central Park entlang bis zum Bryant Park mitten in Manhattan. Bürgermeister Bill de Blasio kritisierte Trump in einer Rede an die Demonstranten scharf. "Man kann ein Land nicht anführen, indem man es spaltet."

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Stars beim Women's March: Ausgesprochen gegen Trump

Foto: MARK RALSTON/ AFP

Die größte Demonstration fand in Los Angeles statt. Dort kamen nach den Behörden zufolge rund 600.000 Menschen zusammen, unter ihnen auch Stars wie Viola Davis und Scarlett Johansson. Während ihr zwischenzeitlich Mila Kunis das Mikrofon hielt, hielt Johansson eine leidenschaftliche Rede, in der sie auch ihren Schauspielkollegen James Franco kritisierte.

Er hatte vergangenen Sonntag bei der Golden-Globes-Verleihung einen Anstecker der Anti-Belästigungsinitiative "Time's Up" getragen. Einen Tag später wurden neue Vorwürfe gegen Franco wegen Übergriffigkeit bekannt. "Wie kann sich eine Person für eine Organisation einsetzen, die Opfer von sexuellem Missbrauch unterstützt, und gleichzeitig im Privaten hilflosen Menschen auflauern?", fragte Johansson. "Ich will meinen Anstecker zurück."

Während in Park City, Utah, das Sundance Film Festival läuft, ließen es sich auch dort die Stars nicht nehmen, sich an den Protesten zu beteiligen. Unter dem Namen "Respect Rally" hielten unter anderem Schauspiellegende Jane Fonda sowie Oscar-Gewinner Common Reden.

Auch in anderen Ländern versammelten sich vor allem Frauen zu Solidaritätskundgebungen. Bereits im vergangenen Jahr hatten einen Tag nach Trumps Amtseinführung in einer der größten Demonstrationen in der der US-Geschichte etwa fünf Millionen Menschen gegen den Präsidenten protestiert.

Trump reagierte über Twitter auf die Proteste: "Wunderbares Wetter im ganzen Land, ein perfekter Tag für alle Frauen zu demonstrieren", schrieb er. Die Frauen sollten "den historischen Meilenstein" feiern, der in den vergangenen zwölf Monaten erreicht worden sei: Die geringste Arbeitslosigkeit unter Frauen seit 18 Jahren. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums lag die Frauenarbeitslosigkeit im Dezember bei 3,7 Prozent und damit unter der Gesamtarbeitslosigkeit von 4,1 Prozent.

hpi/dpa/Reuters
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