Wulff als Filmstoff "Eine fast tragische Geschichte"

Christian Wulff als Filmfigur - Regisseur Dieter Wedel scheint von dieser Vorstelllung fasziniert zu sein, hat auch schon die Besetzung im Kopf. Produzent Nico Hofmann dagegen setzt lieber auf Karl-Theodor zu Guttenberg: Der sei dynamischer, jünger und "schillernder" als Wulff.
Bettina und Christian Wulff: "Ein Film über eine starke Frau"

Bettina und Christian Wulff: "Ein Film über eine starke Frau"

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Frankfurt am Main - Ist es ein Drama, eine Tragödie, gar eine Komödie, was sich im Schloss Bellevue abspielt? Eine neue Liebe, ein neues Haus, reiche Freunde. Der gesellschaftliche Aufstieg, die Krise. Die Kredit- und Medienaffäre des Bundespräsidenten Christian Wulff bietet reichlich Stoff, Regisseur Dieter Wedel könnte sich die Geschichte sogar auf der Leinwand vorstellen.

Die Affäre sei "ein toller Stoff, der sehr viel über unsere Gegenwart erzählt, eine fast tragische Geschichte", sagte Wedel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Als mögliche Besetzung für die Rolle des Bundespräsidenten könnte sich Wedel Moritz Bleibtreu vorstellen. Dieser sei "ein hervorragender, faszinierender Schauspieler mit großer Ausstrahlung".

In der Rolle der Bettina Wulff sieht Wedel die Schauspielerin Silke Bodenbender. "Die hat Attraktivität und Präsenz", sagte er der Zeitung. Die Hauptfigur in einer Verfilmung wäre für den Regisseur jedoch Wulffs inzwischen entlassener Pressesprecher Olaf Glaeseker: "Hat er die Gefahr nicht gesehen? Hat er falsch beraten? Was ist da zwischen Christian Wulff und ihm passiert?"

Produzent Nico Hofmann dagegen setzt eher auf Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er plant eine Komödie über den Aufstieg und Fall des ehemaligen Verteidigungsministers. "Als Figur ist er schillernder als Wulff, der ganz stark reaktiv handelt, wie man auch jetzt bei seinem Krisenmanagement sieht", sagte Hofmann der Zeitung. "Das Haus in Großburgwedel ist kein Filmstoff." Zudem sei Guttenberg dynamischer und jünger als der Bundespräsident.

Wollte man den Fall des Bundespräsidenten verfilmen, müsste man ihn über die Person der Bettina Wulff dramatisieren, meint Hofmann. Herauskommen könnte "ein Film über eine starke Frau und darüber, wie sich Christian Wulff in den vergangenen Jahren an ihrer Seite neu erfunden hat", sagte Hofmann.

Als Besetzung käme für den Produzenten Maria Furtwängler in Frage. Die kann sich der Filmemacher nicht nur als Schauspielerin gut im Schloss Bellevue vorstellen: "Maria Furtwängler per se wäre auch eine tolle Bundespräsidentin."

stk/AFP