Nach Gerichtsurteil Kirche darf von Gerhard Schröder finanziertes Buntglasfenster einbauen

Das 150.000 Euro teure Fenster für die Marktkirche in Hannover darf laut einem Gerichtsurteil eingebaut werden. Zuvor hatte sich der Sohn des Architekten der Kirche dagegen gewehrt.
Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Marktkirche in Hannover darf ein von Altkanzler Gerhard Schröder geschenktes Buntglasfenster einbauen lassen. Das Landgericht Hannover wies eine Klage dagegen ab. Gegen den Einbau des von Markus Lüpertz entworfenen Werkes hatte sich der Erbe des Architekten Dieter Oesterlen, der für den Wiederaufbau der Marktkirche nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich war, gewehrt.

Georg Bissen sah das Urheberrecht seines 1994 gestorbenen Stiefvaters verletzt und klagte gegen die Marktkirchengemeinde. Der Kläger ist davon überzeugt, dass das geplante Glasfenster dem gotisch geprägten Innenraum der Marktkirche widerspreche, weil es keines der dortigen Stilmerkmale aufweise. Eine Argumentation, der das Gericht nicht folgte.

Das von Lüpertz entworfene Fenster ist 13 Meter hoch. Unter anderem sind darauf eine barfüßige Figur im weißen Gewand – wohl Reformator Martin Luther – und fünf schwarze Fliegen zu sehen, die das Böse und die Vergänglichkeit symbolisieren könnten. Trotz des schwebenden Verfahrens hatte die Kirchengemeinde bereits im April in einer Glasmanufaktur den Auftrag zur Produktion erteilt.

Die Marktkirche war im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört und von 1946 bis 1952 wieder aufgebaut worden.

kae/dpa
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