Diese fünf Filme und Serien mit Kirstie Alley müssen Sie kennen Guck mal, was sie spielt

Sie spielte in Komödien, Thrillern, Kultserien: Kirstie Alley zählte zu den Stars der Achtziger und Neunziger, nun ist sie gestorben. Ihr Werk war vielfältig und immer unterhaltsam. Rückschau auf fünf Glanzlichter.

»So ikonisch sie auch auf der Leinwand war, sie war eine noch erstaunlichere Mutter und Großmutter«: Das schreiben True und Lillie Parker über ihre Mutter Kirstie Alley, als sie der Welt mitteilen, dass die Schauspielerin ihrem Krebsleiden erlegen ist. Alley wurde 71 Jahre alt. Ein kurzer Rückblick auf ihre größten und bekanntesten Rollen:

»Star Trek II: Der Zorn des Khan«, 1982

Logisch: Kirstie Alley als Vulkanierin Saavik (rechts) an der Seite von Nichelle Nichols als Uhura

Logisch: Kirstie Alley als Vulkanierin Saavik (rechts) an der Seite von Nichelle Nichols als Uhura

Foto: CBS Photo Archive / CBS via Getty Images

Huch, wer ist diese Vulkanierin? Und warum sitzt sie auf dem Stuhl des Captains? Für »Star Trek«-Fans beginnt der zweite Teil der Reihe ungewohnt: Sie hoffen 1982 auf ein Wiedersehen mit Kirk, Spock, Pille und dem Rest der Enterprise-Crew – und dann kommandiert eine Außerirdische das Raumschiff. Gespielt von einer Newcomerin namens Kirstie Alley, die der Vorspann nicht unter »Starring« aufführt, sondern lediglich unter »Introducing«. Nach nur fünf Minuten hat sie als Lieutenant Saavik die Enterprise in eine Raumschlacht geflogen, die nicht zu gewinnen ist – und sich in die Herzen der Fans gespielt. Die Raumschlacht stellt sich als Simulation heraus (mehr zum »Kobayashi Maru«-Test lesen Sie hier), die Enterprise ist – noch – nicht zerstört. Alley spielt Saavik mit distanziertem Blick, hochgezogener Augenbraue, vulkanischer Kühle in fast jedem Satz – und einer Träne bei Spocks Beisetzung. Es ist ihre erste große Rolle, sie wird zum vielleicht beliebtesten »Star Trek«-Sidekick überhaupt. Trotzdem taucht sie in den Folgefilmen nicht wieder auf; die Gage ist ihr offenbar zu gering. Ihrer Karriere schadet es nicht. otr

»Cheers«, 1987

Lustig: Alley gemeinsam mit Ted Danson in der Erfolgssitcom »Cheers«

Lustig: Alley gemeinsam mit Ted Danson in der Erfolgssitcom »Cheers«

Foto: NBC / NBCUniversal via Getty Images

Es ist eigentlich ein wahnsinnig undankbarer Job, den Kirstie Alley da 1987 annimmt. Die Sitcom »Cheers« kreist um die Beziehung zwischen dem Barmann und Ex-Baseballspieler Sam (Ted Danson) und der kellnernden Studentin Diane. Staffel für Staffel wird die in einer Bostoner Kneipe spielende Sitcom populärer – und dann verlässt Diane-Darstellerin Shelley Long die Show. An ihre Stelle rückt Alley, von der sechsten Staffel an. Ihre Rebecca Howe ist zu Anfang eine Managerin, an der sich Sam abarbeitet, die er aber auch begehrt. So richtig passt Rebecca mit ihren Power-Blazern nicht in den Bar-Mikrokosmos, aber sie ist längst nicht so souverän, wie sie sein möchte. Und der Kontrast hilft, dass die Einschaltquoten halbwegs stabil bleiben – 1990/91 ist es sogar die meistgesehene Sendung im US-Fernsehen überhaupt. In Deutschland verbockt das ZDF in den Achtzigerjahren die Synchronisierung von »Cheers« (»Prost Helmut«); im Nachtprogramm von RTL findet sie 1995/96 auch deutsche Fans, die Kirstie Alley dann allerdings schon aus dem Kino kennen. feb

»Mörderischer Vorsprung«, 1988

Auf der Jagd nach einem Verbrecher: Alley mit Tom Berenger in »Mörderischer Vorsprung«

Auf der Jagd nach einem Verbrecher: Alley mit Tom Berenger in »Mörderischer Vorsprung«

Foto: United Archives/ 0000015 / ddp

An ihrer Seite kann man sich auch in tiefster Wildnis sicher fühlen. Im Actionthriller »Shoot to Kill« (1988), der in Deutschland den Titel »Mörderischer Vorsprung« trägt, spielt Alley eine Bergführerin, die eine Gruppe von Männern durch das Grenzgebiet zwischen den USA und Kanada geleitet. Die meisten der Kerle überragen die Schauspielerin deutlich und wirken doch wie Zivilisationszwerge, die außerhalb ihrer Komfortzone aufgeschmissen sind. Irgendwann muss die Gruppe auf einer recht wackligen Konstruktion eine Schlucht überqueren. Für mich als jemanden mit ausgeprägter Höhenangst ist diese Szene kaum auszuhalten. Ich kann gut verstehen, dass sich einer der Männer fast in die Hosen macht. Doch Alley grinst cool und scheint die Gefahr zu genießen. Mit ihr muss man sich nicht davor fürchten, in Abgründe zu schauen. lob

»Kuck mal, wer da spricht«, 1989

Noch lustiger: Kirstie Alley mit John Travolta

Noch lustiger: Kirstie Alley mit John Travolta

Foto: United Archives/ 0000015 / ddp

Es ist bemerkenswert, dass aus nur einer komischen Idee – nämlich die Gedanken eines Fötus` und heranwachsenden Babys zu vertonen – trotz wirklich schmaler Handlung drei Familienkomödien entstehen können. Viele Zuschauer erinnern sich bis heute an den Klamaukfilm »Kuck mal, wer da spricht« (1989). 1990 und 1993 gibt es zwei weitere Aufgüsse, im letzten Teil sprechen sogar Hunde. Der Erfolg mag am Kindchenschema liegen, vor allem aber leben die Filme durch Kirstie Alley als liebenswert-chaotische Mutter und John Travolta als ihrem Partner. cpa

»Fat Actress«, 2005, und »Big Life«, 2010

Kirstie Alley während eines Panels des Senders Showtime, wo ihre Sitcom »Fat Actress« lief

Kirstie Alley während eines Panels des Senders Showtime, wo ihre Sitcom »Fat Actress« lief

Foto: Jeff Kravitz / FilmMagic, Inc

Ihr Körpergewicht ist eines von Alleys Lebensthemen. Sie ist schon über 50 Jahre alt, als sie diesen Teil ihres Privatlebens bewusst in die Öffentlichkeit trägt. In der Mini-Comedy-Serie »Fat Actress« (2005) spielt sie sich selbst: Eine aus Liebeskummer dick gewordene Schauspielerin, die über sieben Folgen Diäten ausprobiert, um wieder einen Job zu bekommen. Es ist ein Konzept mit bitterem Humor, schließlich steht dahinter die Unbarmherzigkeit Hollywoods und der Klatschpresse. Noch intimer wird es dann in der trotzigen Realityshow »Kirstie Alleys Big Life« (2010), in der es weniger ums Kalorienzählen als um ihr Leben als füllige Frau geht. Man sieht sie mit ihren Haustieren, ihren Kindern, den Paparazzi und wie sie über die Haussprechanlage das Personal herumkommandiert. Alley inszeniert sich als exzentrisches Großmaul – und doch umgibt die Show etwas Tragisches. cpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.