Langjähriger MoMA-Chefkurator Klaus Biesenbach wird Direktor der Neuen Nationalgalerie

Einer der Köpfe, die Berlin in den Neunzigern zur Kunstmetropole machten, kehrt zurück: Klaus Biesenbach, lange in New York und Los Angeles tätig, leitet ab 2022 die frisch renovierte Neue Nationalgalerie.
Kehrt nach vielen Jahren in den USA nach Berlin zurück: Klaus Biesenbach

Kehrt nach vielen Jahren in den USA nach Berlin zurück: Klaus Biesenbach

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Jared Siskin / Getty Images

Vom 1. Januar 2022 an hat die Neue Nationalgalerie in Berlin einen neuen Direktor: Klaus Biesenbach übernimmt das Haus. Das teilte der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit.

Kulturstaatsministerin Grütters sagte zu der Entscheidung: »Mit seiner Offenheit für das Neue und Unerwartete wird Klaus Biesenbach eine große Bereicherung für die Berliner Museumslandschaft sein.« Biesenbach löst den kommissarischen Leiter Joachim Jäger ab, der eingesprungen war, nachdem der Vertrag des langjährigen Direktors Udo Kittelmann Ende 2020 auf dessen eigenen Wunsch nicht verlängert worden war.

Klaus Biesenbach war in den letzten Jahrzehnten in den USA tätig. Zunächst arbeitete er für das Museum of Modern Art in New York, in der Funktion des Chefkurators und als Direktor der zeitgenössischen experimentellen Abteilung MoMA PS 1. Er organisierte in New York unter anderem Ausstellungen mit Marina Abramović und Kraftwerk.

Seit 2018 leitet Biesenbach als Direktor das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, wo er freien Eintritt einführte und das Haus dennoch ohne Defizit durch die Coronakrise steuerte.

Nun kehrt er nach Berlin zurück, wo seine Karriere in den Neunzigerjahren begann. 1996 brachte er die erste Berlin Biennale mit auf den Weg. Er gilt als einer der Köpfe einer Ära, die die Kunststadt Berlin nach dem Mauerfall neu erfand.

Zurück in Berlin will Biesenbach mit der Neuen Nationalgalerie dezidiert ein großes Publikum erreichen: Zugänge schaffen, Verbindungen herstellen, Barrieren abbauen. Er selbst sagt zu seiner neuen Aufgabe: »Berlin baut ein Museum des 20. Jahrhunderts, angebunden an einen der schönsten Kunsträume, die es international gibt, die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe. Das ist eine historische Chance, Herausforderung und Verantwortung, die einzigartigen Berliner Sammlungen des 20. Jahrhunderts mit einer zeitgenössischen, experimentellen Sicht zu beleuchten und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.«

Wiedereröffnung nach fünf Jahren Sanierung

Die Neue Nationalgalerie war fünf Jahre lang saniert worden, die Kosten betrugen rund 140 Millionen Euro. Die Wiedereröffnung fand Ende August statt.

Biesenbach soll auch Chef des Museums des 20. Jahrhunderts werden, das daneben entsteht. Den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart übernimmt das Kuratorenduo Sam Bardaouil und Till Fellrath, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ebenfalls mitteilte.

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