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Gestorben Klaus Schulze, 74

aus DER SPIEGEL 18/2022
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imago stock / POP-EYE / IMAGO

Den Begriff »Krautrock« fand Klaus Schulze furchtbar, auch mit »Berliner Schule« konnte er nichts anfangen. Doch sein Werk ist mit beidem verbunden. Fest steht auch: In den Siebziger­jahren hat er Klassiker der elektronischen Musik aufgenommen, gilt als Pionier des Genres. Der 1947 in Berlin geborene Schulze hatte Germanistik studiert, fand 1969 als Schlagzeuger zur Band Tangerine Dream. Bald begann er mit Synthesizern zu ex­perimentieren und veröffentlichte 1972 sein erstes Soloalbum »Irrlicht«. Es folgten Alben wie »Timewind« oder »Moondawn« mit ausufernden instrumentalen elektronischen Tracks. In Deutschland wurde Schulze dafür von Kritikern belächelt. Im Ausland genoss er Respekt und war auch kommerziell erfolgreich. David Bowie, Brian Eno und DJ Shadow zählten zu seinen Bewunderern. In Hollywood nutzten Michael Mann und Sofia Coppola seine Musik. Dutzende Solo­alben veröffentlichte Klaus Schulze, dazu zahlreiche Kollaborationen. Er absolvierte Tourneen in aller Welt, sein letztes Konzert gab er 2010 in Japan. Produktiv blieb Schulze auch danach: Das Album »Deus Arrakis« soll im Juni erscheinen. Klaus Schulze starb am 26. April nach langer Krankheit.

red
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