Nach Klimaprotesten Allianz erwartet verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Museen

Sicherheitsschleusen wie am Flughafen, mit Körperscannern und Taschendurchleuchtung: So könnten sich Museen in Deutschland laut Allianz bald gegen Vandalismus schützen. Auslöser seien die Klimaproteste.
Protestaktion in Potsdam (am 23. Oktober)

Protestaktion in Potsdam (am 23. Oktober)

Foto: Letzte Generation / dpa

Mit teils spektakulären Übergriffen auf bekannte Kunstwerke hatten Klimaschützer zuletzt auf Missstände hinweisen wollen. Bisher blieb es bei vergleichsweise geringen Sachschäden. Dennoch rechnet der Versicherungskonzern Allianz mit einer deutlichen Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen.

Man stehe nach der Serie von Vorfällen bereits mit mehr als der Hälfte der Kunden im Austausch, sagte Eric Wolzenburg, Leiter Kunstversicherung bei der Allianz Versicherungs-AG, der Nachrichtenagentur dpa.

Eine mittlere zweistellige Zahl an Museen sind bei dem Unternehmen oder bei Konsortien mit der Allianz versichert. In den Häusern sind derart hohe Werte versammelt, dass ein Versicherer alleine die Haftung gar nicht stemmen könne, wie Wolzenburg deutlich machte.

Derzeit wollten viele Häuser ihre Risiken einschätzen und mögliche Gegenmaßnahmen besprechen. Wolzenburg ist davon überzeugt, dass es in vielen großen Kunstmuseen künftig Sicherheitsschleusen wie an den Flughäfen geben wird – mit einer Durchleuchtung von Taschen und Rucksäcken, Körperscannern und Mitnahmeverboten für spitze und scharfe Gegenstände oder Flüssigkeiten.

Noch keine Auswirkung auf Prämien

Von den betroffenen Häusern seien der Allianz jeweils Schäden in einer Größenordnung von rund 15.000 Euro oder etwas mehr gemeldet worden. Auf die Prämien hätten die Vorfälle und ihre Folgen bisher noch keine Auswirkungen, er wage aber keine Prognose in die Zukunft, sagte Wolzenburg.

Neben der Blockade von zahlreichen Straßen hatten Klimaaktivisten auch immer wieder medienwirksam Kunstausstellungen ins Visier genommen. Ende Oktober etwa hatten zwei Personen in Potsdam mit Kartoffelbrei nach einem Gemälde von Claude Monet geworfen. Das Werk befand sich allerdings hinter einer Glasscheibe.

Neun Tage zuvor hatten Aktivist*innen der britischen Gruppe »Just Stop« das Sonnenblumen-Gemälde des Malers Vincent Van Gogh mit Tomatensuppe überschüttet. Sie klebten sich zudem an der Museumswand fest.

jok/dpa
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