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Krach um NS-August

aus DER SPIEGEL 26/1993

Es lacht der Fernsehmensch, wenn, via NDR, aus dem Hamburger Ohnsorg-Theater mal wieder eine Bauernschnurre des ollen August Hinrichs durch die Glotze geht, »Krach um Jolanthe« etwa. Jetzt grübelt der Mensch. Denn vorigen Mittwoch gab der Hamburger Sender (über Nord III) weiteren Kreisen ein Bild des Schnurrpfeifers, das nicht erheitert. Hinrichs (1879 bis 1956), Lokalheiliger seiner Heimatstadt Oldenburg, war als »Landesleiter der Reichsschrifttumskammer« ein treuer Paladin des Führers. Er empfing von ihm die Goethe-Medaille und schrieb im NS-Auftrag ein völkisches »Thing-Spiel«, das in einer dafür gebauten »Kultstätte« mit 28 000 Sitzen aufgeführt wurde. Der Anlaß zum Grübeln: Oldenburg will seinem großen Sohn nicht nehmen, was es einst auch dem Führer verlieh - die Ehrenbürgerschaft. Da fragt der ortsansässige Schriftsteller Klaus Dede: »Welcher Lehrer will in Oldenburg einem Schüler klarmachen, daß der Nazismus verwerflich ist, wenn der Nazi Oldenburgs Ehrenbürger bleibt?«

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