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Künstler

aus DER SPIEGEL 48/1971

Der Pariser Künstler César, berühmt geworden unter anderem durch den Einfall, alte Rolls-Royces, Maseratis, VWs und auch neue Honda-Motorräder zu Skulpturen zu zerquetschen, hat jetzt diese Kunst verkleinert, aber auch verfeinert: In einer Mini-Presse quetscht er nun Halsketten, Armbänder und Ringe zu kleinen, reliefartig strukturierten Quadern, die als Schmuckanhänger getragen werden können. Das Produktionsprinzip ist das gleiche: »Ich nehme«, spricht César, »das Auto des Kunden und reduziere es zum Quader, jetzt nehme ich den Schmuck des Kunden und reduziere ihn zum Quader.« Weil es der Zufall beim Quetschen so fügen kann, daß beispielsweise vom Brillantring der Brillant im Inneren des Quaders verschwindet und gar nicht mehr zu sehen ist, photographiert Cäsar die vom Kunden mitgebrachten Zutaten vorher und legt die Photos seinen -- auch signierten -- »tragbaren Skulpturen« als »Dokumentation« bei. Der Pariser Juwelier Morabito will mit Césars Schmuckstücken jetzt ins Weihnachtsgeschenk-Geschäft einsteigen; die Preise für die gepreßten Preziosen reichen von etwa 5000 bis 10 000 Mark. Unter den Käufern der ersten 50 Stückchen, die vorab nur für Privilegierte gezeigt wurden, war, so César, auch »der Sekretär der Kennedys«.

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