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Kunst

aus DER SPIEGEL 22/1972

Thomas Lenk, Bildhauer aus Stuttgart, hadert mit dem deutschen Fernsehen. Seine von der Olympia-Baugesellschaft für die »Zentrale Hochschulsportanlage« (ZHS) auf dem Münchner Oberwiesenfeld in Auftrag gegebene »Spiegelskulptur« kann, zumindest für die Dauer der Olympischen Spiele, nicht aufgestellt werden. Der derzeitige Mieter des ZHS-Hauses -- das als olympischer Zusammenschluß von ARD und ZDF fungierende »Deutsche Olympia-Zentrum« (DOZ) -- -- verweigert dem Lenk-Spiegel das Hausrecht: aus »Raumnot. In der ZUS sollen sieh zum Sportfest zeitweilig 3000 Journalisten aufhalten, und da »ist für so etwas einfach kein Platz« (so ein DOZ-Sprecher). Eine provisorische Aufstellung an einem anderen Sport-Platz ist laut Lenk »aus montagetechnischen Gründen« nicht möglich. Lenk sieht sieh nun um die von ihm »erwartete Publizität« für sein aus öffentlichen Geldern finanziertes Hunderttausend-Mark-Objekt geprellt. Denn auch für den Künstler gilt der Olympia-Wahrspruch: »Dabeisein ist alles.«

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