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Kunst

aus DER SPIEGEL 3/1972

»Wenn alles gutgeht«, kann Norton Simon in Kürze sein Vermögen beträchtlich aufstocken. Der kalifornische Millionär und Kunstsammler nämlich besitzt das Van-Gogh-Gemälde »Pfarrgarten im Schnee«, das sich soeben als siamesischer Zwilling entpuppt hat: Eine Röntgenuntersuchung des Werkes, das als Leihgabe im Los Angeles County Museum of Art hängt, brachte unter dem Schnee von 1884 ein zweites -- vielmehr erstes -- Van-Gogh-Gemälde zutage, eine »Frau am Spinnrad«. Kunstwissenschaftler ("höchst aufregende Entdeckung") und Museums-Techniker prüfen gegenwärtig, ob die beiden Ölbilder voneinander zu trennen sind. Die Experten sehen »gute Chancen«

zu Simons Freude: Das freigelegte Unter-Bild hätte einen Handelswert von gut 850 000 Mark. Die Londoner »Times« freilich findet die Exhumierung der »Spinnerin« despektierlich: Das hätte. so »Times«, van Gogh zweifellos nicht gewollt, denn er »gehörte nicht zu den Malern, denen es an Leinwand gebrach«.

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